Friedrich Wilhelm Joseph Schelling

Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (* 27. Januar 1775 in Leonberg, Herzogtum Württemberg; † 20. August 1854 in Ragaz, Kanton St. Gallen), ab 1808 Ritter von Schelling, gilt als einer der Hauptvertreter des Deutschen Idealismus und zugleich als zentraler Philosoph der Romantik.
Biografie
Friedrich Wilhelm Joseph Schelling wurde am 27. Januar 1775 in Leonberg als Sohn eines Pfarrers geboren. Er war bereits mit 15 Jahren im Tübinger Stift Kommilitone von Hegel und Hölderlin.
1803 heiratete er Caroline Schlegel (ehem. Böhmer), die Witwe August Wilhelm Schlegels, was einen gesellschaftlichen Skandal auslöste.
Nach ihrem Tod 1809 heiratete er Pauline Gotter (1812).
Mit 23 Jahren war Schelling ab 1798 außerordentlicher Professor in Jena, dem Zentrum der Frühromantik. Er hatte enge Kontakte zu Fichte, Goethe und den Schlegels und war eng mit den Denkern der Frühromantik verbunden. Schelling wirkte in Jena in einem Umfeld, zu dem auch Novalis, Friedrich Schlegel und August Wilhelm Schlegel gehörten. Er prägte deren Bestreben, die Welt zu "poetisieren" und eine Einheit von Wissen, Kunst und Gefühl zu schaffen.
Schelling entwickelte eine Philosophie, die Subjekt und Objekt, Natur und Geist als identisch im Absoluten begreift. Schellings Tätigkeiten ersteckten sich auf Würzburg, München, Erlangen und Berlin.
Seine Philosophie zeichnet sich durch den Versuch aus, Natur und Geist zu versöhnen, was ihn zum Begründer der spekulativen Naturphilosophie macht :
- Naturphilosophie als romantisches Projekt: Im Gegensatz zur bloß mechanischen Betrachtung der Natur (wie in der Aufklärung) sah Schelling die Natur als einen lebendigen, organischen und beseelten Organismus, der "sichtbarer Geist" ist. Die Natur ist für ihn nicht bloß totes Material, sondern produktiv und mit dem menschlichen Geist verbunden.
- Für Schelling ist die Kunst das "Organon der Philosophie". In der ästhetischen Erfahrung, besonders im Kunstwerk, wird die Einheit von bewusstem Schaffen (Geist) und unbewusster Naturnotwendigkeit am höchsten sichtbar.
- Schellings Wandel zur Identitätsphilosophie: Schelling vertrat später die Auffassung, dass Natur und Geist (Subjekt und Objekt) im "Absoluten" eine Einheit bilden. Diese Sichtweise, die er zwischen 1801 und 1806 formulierte, ist der Kern seiner Philosophie, die auf die Überwindung des Dualismus abzielte.
Aufgrund seiner Neigung, seine Ansichten weiterzuentwickeln und kein starres, abgeschlossenes System zu hinterlassen, wurde Schelling oft als "Proteus der Philosophie" bezeichnet. Er hinterfragte seine eigenen Positionen stets selbst.
Später wandte Schelling sich einer positiven Philosophie, Mythologie- und Offenbarungsphilosophie zu, die als Gegenspieler zu Hegel galt, in der er versuchte, den wahren Kern von Religionen aufzuzeigen.
Literatur
- Schelling und die Philosophie der Romantik
- archive : Sämtliche Werke von Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph von, 1775-1854 - Publication date 1856
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