Pretiosa Margarita: Unterschied zwischen den Versionen

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Pretiosa Margarita  Oder ''Neu erfundene Köstliche Perle Von dem Unvergleichlichen Schatz und ... Stein der Weisen'' ist ein Werk von Janus Lacinius (Giano Lacinio), das 1714 in Leipzig publiziert wurde.
Pretiosa Margarita  Oder ''Neu erfundene Köstliche Perle Von dem Unvergleichlichen Schatz und ... Stein der Weisen'' ist ein Werk von Janus Lacinius (Giano Lacinio), das 1714 in Leipzig publiziert wurde.
== Ausgaben ==
Es gibt zu Pretiosa Margarita (oft Pretiosa Margarita Novella genannt) mehrere unterschiedliche Versionen, Ausgaben und Bearbeitungen, die hauptsächlich auf das alchemistische Werk von Petrus Bonus (Pietro Bono) zurückgehen. Es ist ein klassischer Text, der im 16. Jahrhundert durch Bearbeitungen stark verändert wurde.
* Der Originaltext (Petrus Bonus): Das Werk wurde um 1330–1339 von Petrus Bonus aus Ferrara (Italien) verfasst. Es war ursprünglich eine Verteidigung der Alchemie als legitime Wissenschaft, die theoretische Argumente darlegte.
* Die Lacinio-Ausgabe (1546 - Venedig): Die berühmteste und einflussreichste Version wurde von Janus Lacinius (Giano Lacinio) aus Kalabrien herausgegeben, der den Titel Pretiosa Margarita Novella prägte. Lacinius veränderte den Text jedoch: Er kürzte das Original und fügte Texte anderer Alchemisten (wie Arnaldus, Rhaymundus, Rhasi, Albertus und Michael Scotus) hinzu. Es handelt sich also um eine Anthologie, nicht nur um den Text von Bonus.
*  Die Nürnberger Ausgabe (1554): Diese Ausgabe ist laut Experten eine weitere, deutlich stärkere Kürzung (Abridgement), die wenig des eigentlichen Textes von Bonus enthält.
*  Der Text wurde später oft unter anderen Titeln veröffentlicht, etwa als Introductio in divinam chemicae artem (Basel, 1572) oder in Sammlungen wie der von Zetzner (1622).
*  Übersetzungen: Eine bekannte englische Übersetzung von 1894 ("The New Pearl of Great Price") basiert auf der stark bearbeiteten Version von Lacinio.  


Ein Werk mit ähnlichem Titel ist ''Pretiosa Margarita novella de thesauro ac pretiosissimo philosophorum lapide'' von Giano Lacinio aus dem Jahre 1557.
Die Ausgabe von Lacinio (1546) ist diejenige, die heute meistens gemeint ist, wenn von der "Pretiosa Margarita" die Rede ist, auch wenn sie vom Original abweicht. Sie  enthält auch eine Zusammenfassung des [[Rosarium Philosophorum]] eines Arnoldus Villanova.


=== Villanova : Zusammenfassung des Rosarium Philosophorum<ref> * [https://dn710308.ca.archive.org/0/items/SummaryRosary/Summary_Rosary.pdf Summary of the Rosary] of Arnold de Villa Nova </ref>  ===
<div class="mw-collapsible mw-collapsed akkordeon" style="border: 1px solid #a2a9b1; margin-bottom: 5px; background-color: white;">
<div style="font-weight: normal; padding: 5px 10px; cursor: pointer;"> === Übersetzung der Zusammenfassung ===    </div>
<div class="mw-collapsible-content" style="padding: 10px; background-color: #fff; border-top: 1px solid #a2a9b1;"> 
<poem>
Wir haben alles gelernt, was Bonus uns über die Grundprinzipien der Metalle und ihre Entstehung mitteilen konnte. Wir werden uns nun praktisch und theoretisch mit der Zusammensetzung unseres Steins befassen, da Theorie und Praxis einander ergänzen: Die Praxis wird durch die Theorie beeinflusst, und die Theorie wird durch die Praxis korrigiert und überprüft. Da Arnold de Villa Nova in seinem Werk „Rosenkranz“ eine praktische Abhandlung über den Stein der Weisen verfasst hat, werde ich einige seiner Ausführungen in Kapiteln nach folgendem Plan ordnen:


'''Kapitel 1''' zeigt, dass es nur einen Stein der Weisen gibt, da sowohl die rote als auch die weiße Medizin eine einzige Essenz und eine einzige Methode besitzen. Die rote Medizin ist lediglich eine Weiterentwicklung der weißen.


== Literatur ==
'''Kapitel 2''' zeigt, woher der Stein gewonnen wird. Beachten Sie die Antwort genau. Kapitel 3 zeigt, dass die größte Schwierigkeit unserer Arbeit in der Entdeckung der Urmaterie der Metalle liegt.
* Pretiosa Margarita : Oder Neu-erfundene Köstliche Perle Von dem Unvergleichlichen Schatz und ... Stein der Weisen ... ; ingleichen andere aus dem Arnoldo, Rhaimundo, Rhasi, Alberto und Michaele Scoto zusammen gelesene Schrifften, Author: Janus Lacinius; Wolfgang G Stoll; Petrus Bonus; Arnoldus, de Villa Nova.; Raimundus Lullus; Leipzig : Johann Friedrich Braun, 1714.
 
'''Kapitel 4''' zeigt, dass unser erstes physikalisches Ziel darin bestehen muss, den Stein in sein Quecksilber, die Urmaterie aller Metalle, aufzulösen. Daher sagt der Philosoph, dass wir uns zunächst bemühen müssen, die beiden Lichter aufzulösen und zu sublimieren, denn die erste Stufe der Wirkungsweise in unserer Kunst besteht darin, sie zu Feinsilber zu reduzieren. Solange die Körper ihre körperliche Natur nicht verlieren und geistig werden, werden wir in unserem Werk keinen Fortschritt erzielen. Die Auflösung eines Körpers erfolgt durch das Wirken des Geistes und ist mit dessen Gerinnung verbunden. Dann vermischt sich der Körper mit dem Geist und der Geist mit dem Körper.
 
'''Kapitel Fünf''' beschreibt die vier Hauptmethoden dieses Lehramtes: Auflösung, Reinigung, Reduktion und Fixierung. Auflösen bedeutet, das Grobe fein zu machen; reinigen bedeutet, das Dunkle hell zu machen; Reduktion bedeutet, das Feuchte in das Trockene zu verwandeln; Fixierung geschieht durch Auflösung und Gerinnung des Geistes in seinen eigenen Körper oder seine feste Substanz.
 
'''Kapitel Sechs''' beschreibt die Auflösung des Steins und seine Beisetzung, die den ersten Schritt darstellen. Die Auflösung wird durch gereinigtes Quecksilber bewirkt. Dies geschieht, damit wir Schwefel und Quecksilber aus jener Substanz gewinnen, aus der Gold und Silber unter der Erde entstehen.
 
'''Kapitel Sieben''' beschreibt das zweite Verfahren: die Waschung und Reinigung der schwarzen, verdorbenen, fauligen Substanz, damit sie überaus hell, klar und makellos wird – diese Waschung erfolgt durch die Teilung des Steins in seine vier Elemente und die Reinigung jedes einzelnen Elements.
 
Arnold erklärt uns zutreffend, dass alle Metalle aus Quecksilber und Schwefel entstehen, die das Quecksilber durch ihre Hitze oder ihren Dampf gerinnen lassen; denn jedes trockene Element zieht sein feuchtes Element auf. Quecksilber ist im Wesentlichen eine Verbindung aus sehr feiner, weißer, schwefelhaltiger Erde und klarem Wasser, die eine einzige Substanz bilden, die auf einer ebenen Fläche keine Ruhe findet.
 
Es ist von homogener Natur und entweder vollständig fixiert oder verdampft vollständig im Feuer.
Durch ständige Sublimation wird es gereinigt, aufgeschlossen und eingedickt und so allmählich zu weißem und rotem Schwefel gerinnt. Dieser Prozess der ständigen Auflösung und Gerinnung vollzieht sich in der Natur in mindestens tausend Jahren; die Kunst aber vollbringt ihn durch die Vermittlung der Natur in sehr kurzer Zeit. Wenn wir also das Medikament herstellen wollen, müssen wir die Natur sowohl beschleunigen als auch nachahmen.
Quecksilber ist die Substanz und das Element aller Metalle gleichermaßen; alle werden beim Schmelzen in Quecksilber umgewandelt und verbinden sich mit ihnen; gleichzeitig ist es in manchen Metallen reiner und in anderen weniger rein, aufgrund seines korrumpierenden äußeren Schwefels. Quecksilber gerinnt jedoch durch seinen eigenen inneren, nicht brennbaren Schwefel. Der Philosoph lehrt uns, dass weißer, nicht brennbarer Schwefel Quecksilber erstarren lässt und das Beste ist, was man möglicherweise zur Umwandlung von Quecksilber in reines Silber verwenden kann. Wenn der Schwefel rein und gut ist, aber andererseits von roter Leuchtkraft, die sanfte Wärme ohne die gewaltige Verbrennung von natürlichem Schwefel enthält, ist er das Beste, was man möglicherweise zur Umwandlung von Quecksilber in Sonnenenergie verwenden kann. Das Ergebnis von reinem Quecksilber und unreinem, brennbarem Schwefel ist Kupfer. Poröses, unreines Quecksilber und unreiner Schwefel ergeben Eisen.
Zinn hat gutes, reines Quecksilber, aber sein Schwefel ist schlecht und schlecht vermischt. Blei hat grobes, schlechtes, schweres und erdiges Quecksilber und schlechten, fauligen und schwachen Schwefel. So zumindest lehrt uns Aristoteles.
 
Der gewöhnliche äußere Schwefel ist also die Ursache für die Unreinheiten von Metallen. Es gibt zwei Arten von Schwefel in jedem Metall außer Gold: den äußeren, brennbaren und den inneren, nicht brennbaren, der zur wesentlichen Zusammensetzung des Quecksilbers gehört. Der äußere Schwefel ist abtrennbar und wird durch Kalzinierung entfernt; der innere Schwefel ist durch Kalzinierung im Feuer nicht vom Quecksilber zu trennen. Letzterer wird vom Quecksilber behalten und kann auch nie entfernt werden, da er mit ihm homogen ist: Ersterer wird vom Quecksilber zurückgewiesen und der Einwirkung des Feuers ausgesetzt, das ihn verzehrt. Es ist die Eigenschaft dieses äußeren Schwefels, entweder im Feuer zu verbrennen oder in seiner Verbindung mit Quecksilber zu verbrennen, zu verderben und zu mindern. Es ist also Quecksilber, das die Körper vervollkommnet, und sie vor der Verbrennung bewahrt, denn je mehr Körper die Beschaffenheit von Quecksilber aufweisen, desto weniger sind sie brennbar. Und wie Quecksilber die Verbrennung verhindert, so ist es auch die Ursache der metallischen Schmelzbarkeit und durch es durchdringt die Tinktur die Metalle, da es in all seinen kleinsten Teilen den homogenen Tinktureinfluss aufnimmt.
Quecksilber haftet am leichtesten an Quecksilber, dann an Gold, dann an Silber, weil diese beiden Metalle ihm am ehesten entsprechen. Bei den anderen Metallen ist dies nicht der Fall, bis sie von ihrem korrumpierenden Schwefel gereinigt sind.
 
Das sind also die vollkommensten Körper, die den größten Anteil an Quecksilber enthalten, während diejenigen, die weniger enthalten, weniger vollkommen sind. Es enthält in sich seinen eigenen guten Schwefel, durch den es zu Gold und Silber gerinnt, jedoch durch unterschiedliche
Wege der Verdauung. Ist der Schwefel weiß, so zersetzt er das Quecksilber zu Silber; zeigt er hingegen einen roten Glanz und besitzt ein edles, aber nicht zerstörerisches Feuer, so lässt er das Quecksilber zu Gold gerinnt, und daraus entsteht das Goldelixier. Man beachte, dass weißer und roter Schwefel in Wirklichkeit aus demselben Metall bestehen; sie sind jedoch stärker bzw. schwächer aufgrund des unterschiedlichen Zersetzungsgrades. Daher sagt der Philosoph, dass alles Gold roten Schwefel und alles Silber weißen Schwefel enthält. Doch dieser Schwefel findet sich, wie Avicenna uns versichert, auf der Erde nur in diesen beiden Formen; daher bereiten wir diese Stoffe auf sorgfältigste Weise vor, damit wir roten Schwefel und Quecksilber aus demselben Stoff erhalten, aus dem Gold und Silber unter der Erde entstehen: denn dies sind leuchtende Stoffe, deren Strahlen andere Stoffe in reines Weiß und Rot tauchen. So wird die rote Tinktur aus Gold und die weiße Tinktur aus Silber gewonnen.
 
==== Kapitel I ====
Der Beweis, dass es nur einen Stein der Weisen gibt.
Arnold de Villa Nova sagt, dass es nur einen Stein der Weisen und nur ein einziges Heilmittel gibt, dem nichts Fremdes hinzugefügt und nichts entfernt wird, außer dem, was ihm fremd ist. Sein äußerer Schwefel aus gewöhnlichem Quecksilber ist ihm fremd; sein innerer Schwefel gehört zu seiner eigenen Natur, und in diese muss er durch unsere Autorität umgewandelt werden. Füge ihm daher kein Pulver, kein Wasser und keine andere fremde Substanz hinzu, da kein heterogenes Material in seine Zusammensetzung gelangen kann. Wenn ihm Fremdstoff hinzugefügt wird, wird er sofort verdorben und wird nicht zu dem, was du wünschst. Der Stein selbst muss, um in die unedlen Metalle eingehen zu können, einen Zustand großer Festigkeit und Feinheit erreichen, damit er zu einem Heilmittel für kranke Körper werden kann
 
==== Kapitel II ====
Woher der physische Stein gewonnen wird.
Unser physischer Stein, unsere Medizin, kann aus allen Metallen gewonnen werden; doch findet er sich in höchster Vollkommenheit in Gold und Silber. Ohne die Sonne und ihren Schatten, den Mond, können wir kein Quecksilber färben, und wer versucht, unsere Kunst in ihrer Abwesenheit zu vollbringen, ist töricht. Wer hingegen weiß, wie man Quecksilber mit Sonne und Mond färbt, besitzt unser Geheimnis, das zu rotem Schwefel werden kann, aber zunächst weißer Schwefel genannt wird. Gold ist der Vater und Silber die Mutter der Grundlage unseres Steins, denn aus diesen Metallen, angereichert mit Schwefel oder Arsen, wird unsere Medizin gewonnen. Es mag zwar möglich sein, sie aus anderen Metallen zu gewinnen, doch findet man sie näher an der Hand und leichter im Quecksilber, dem Ursprung aller Metalle. Daraus sind sie alle gemacht, und in dasselbe kehren sie alle zurück. Was jetzt unser Stein ist, ist nicht Quecksilber, sondern war einst Teil davon, und dies verleiht ihm seinen Glanz, bewahrt ihn vor der Verbrennung und ist die Ursache seiner Vollkommenheit. Arbeite mit nichts anderem als mit Merkur und der Sonne für die Sonne und mit Merkur und dem Mond für den Mond.
 
==== Kapitel III ====
Es ist unmöglich, den Stein allein durch die Substanz der Metalle zu vervollkommnen.
Wie Wasser nicht über den Pegel seiner Quelle steigen kann, so kann auch die wunderbare Tinktur, die alle gewöhnlichen Metalle in Gold und Silber verwandeln soll, unmöglich allein aus der Substanz der Metalle, nicht einmal aus Gold und Silber, vervollkommnet werden. Das Elixier muss weitaus reiner und feiner sein als diese. Würden Gold und Silber ihre Vollkommenheit an andere Metalle abgeben, würden sie selbst unvollkommen werden.
Die Tinktur, die allen anderen Metallen Vollkommenheit verleihen soll, muss selbst einen Überfluss an reinigender Vollkommenheit und vollendeter Exzellenz besitzen. Die meisten unserer Alchemisten begnügen sich mit der Substanz, mit der sie hätten beginnen sollen, und folglich bleibt ihr Vorhaben ergebnislos.
 
==== Kapitel IV ====
Vom ersten Wirken unseres Magisteriums.
Unsere erste Aufgabe muss, Arnold zufolge, darin bestehen, unseren Stein in sein Quecksilber oder seine Urmaterie aufzulösen. Arten können nur durch die Reduktion ihrer Materie auf die generische Urmaterie umgewandelt werden. Daher müssen wir unseren Stein in Quecksilber verwandeln. Durch die Projektion unserer Tinktur werden die Arten oder Eigenschaften der Arten nicht verändert, sondern nur einzelne Mengen des Metalls, die zu dieser Art gehören. Silber als metallische Art wird niemals in Gold umgewandelt, das sofort seine eigene Art besitzt, aber Individuen dieser oder einer anderen metallischen Art können sich durchaus so verändern. Euer erster Schritt muss also darin bestehen, die Auflösung von Gold und Silber in Quecksilber herbeizuführen. Daher sagen die Weisen: Solange die Körper nicht körperlos und die Geister nicht körperlich werden, wird kein Fortschritt erzielt werden. Der wahre Anfang unserer Arbeit ist also die Auflösung unseres Körpers, denn Körper werden, wenn sie sich auflösen,
ihrer Natur nach geistig und sind zugleich fester als der Geist, obwohl sie sich mit ihm auflösen. Denn die Auflösung des Körpers bedeutet die Gerinnung des Geistes und umgekehrt; jeder gibt etwas von seiner eigenen Natur auf: Sie begegnen einander auf halbem Weg und werden so zu einer untrennbaren Substanz, wie Wasser mit Wasser vermischt.
 
==== Kapitel V ====
Über die vollkommene Untersuchung des physischen Steins.
Es ist also klar, dass die Wirkung unseres Steins die Wirkung der Natur ist. Wie Eis Wasser ist, weil es in Wasser gelöst ist, so ist unser Stein, der in Quecksilber gelöst ist, dadurch erwiesen, dass er Quecksilber ist. Unsere Wirkung ist eine Umwandlung der Elemente, eine glückliche Verbindung des Feuchten mit dem Trockenen und des Kalten mit dem Heißen. Aber das Trockene wird nur durch eine Zwischensubstanz feucht und das Kalte nur heiß. Wenn also das Trockene in das Kalte, das Kalte in das Feuchte und das Feuchte in das Heiße und das Heiße in das Trockene umgewandelt wird, dann hat man die ganze Meisterschaft. Die vier Stufen unserer Arbeit sind also Lösung, Reinigung, Reduktion und Fixierung, deren Bedeutung bereits erläutert wurde. Lösung ist die Umwandlung des Groben in das Feine; Reinigung ist die Umwandlung des Dunklen in das Helle; Reduktion ist die Umwandlung des Feuchten in das Trockene; Fixierung ist die Umwandlung des Flüchtigen in seinen eigenen Körper. Der Stein soll daher mit bestem Quecksilber aufgelöst werden, das durch Sublimation von seiner irdischen und feuchten Beschaffenheit gereinigt und anschließend
reduziert wurde. Damit soll er zweimal zerstoßen und dann in das Balneum Mariae gegeben werden.
 
''Wie Quecksilber gereinigt wird.''
Sublimieren Sie Ihr Quecksilber ein- oder zweimal mit Vitriol und Salz, bis es sehr weiß und glänzend ist.
Wenn es flüchtig ist, tauchen Sie es in kochendes Wasser, bis es wieder zu Quecksilber wird.
Entfernen Sie das Wasser und verwenden Sie es für unsere Lehre. Zerstoßen Sie es, weichen Sie es in seinem eigenen Wasser ein und lösen Sie es im Bad der Heiligen Maria auf. Destillieren Sie es durch einen Filter. Achten Sie auf das Auftreten eines schwarzen Öls an der Oberfläche, das das wahre Zeichen dafür ist, dass die Auflösung abgeschlossen ist.
Beobachten Sie es gut, ich wiederhole, damit es nicht zu Rauch verdampft, und was Sie mit dem Weißen tun, tun Sie auch mit dem Roten.
Der Unterschied zwischen der Sonnen- und der Mondmedizin besteht darin, dass die Sonnenmedizin die Mondmedizin einschließt, die Mondmedizin aber nicht die Sonnenmedizin, wobei die Sonnenmedizin zusätzlich eine rötliche oder goldene Farbstoffsubstanz aufweist. Seien Sie geduldig und versuchen Sie nicht, die Tinktur in Eile zu gewinnen. Eile verbrennt unsere Substanz, anstatt sie reifen und verdauen zu lassen.
Bedenke, dass der Hauptfehler in dieser Kunst die Eile ist, die in der Verbrennung aller Bestandteile endet.
Zu viel Hitze am Anfang schadet der Tinktur und verzehrt die Medizin.
Zerstoßen und abkühlen lassen; mit Geduld und wiederholen Sie den Vorgang immer wieder, denn was mit Wasser eingeweicht wird, wird weicher.
Je mehr Sie die Substanz zerstoßen, desto weicher wird sie, und je weicher sie wird, desto mehr lösen sich die groben Bestandteile auf, bis die vollkommene Vereinigung von Körper und Geist eintritt.
Denn durch Zerstoßen, Weichmachen und Verdauung werden die durch die Viskosität des Wassers zusammengehaltenen Bestandteile getrennt.
Aufgelöste Körper werden auf die Natur von Geistern reduziert, und ihre Verbindung ist fortan unauflöslich, wie die von Wasser mit Wasser: Denn die Natur freut sich, wenn der Bräutigam mit der Braut vereint ist. Dinge, die sich nicht auflösen lassen, sind frei von feinen oder weichen Bestandteilen. Ich bitte euch daher, an der Auflösung des Steins zu arbeiten, die gröberen Bestandteile zu zersetzen, damit das Grobe verworfen und die Arbeit mit dem Feinen vollbracht werden kann.
 
==== Kapitel VI ====
Über die Beisetzung des Steins.
Sobald der Stein aufgelöst ist, soll er zur besseren Verwesung und Verdauung sowie zur Vollendung des Eheritus während der Zeit eines Monats der Weisen, d. h. dreißig Tagen, sanfter Hitze ausgesetzt werden, da die Verbrennungsgefahr durch Verwesung und Beisetzung gebannt ist. Alles soll zusammen über einem schwachen Feuer gekocht werden, bis sich die gesamte Substanz in ihre ursprüngliche Materie auflöst und wahrhaftig wie Quecksilber wird. Das Zeichen für die vollständige Auflösung ist eine Schwärze, die nach einer gewissen Zeit erscheint und die wir auch
Rabenkopf nennen. Wenn der Stein vollständig im Marienbad aufgelöst ist, soll er durch einen Filter filtriert werden.
Die Schwärze ist ein Zeichen dafür, dass der Verflüchtigungsprozess abgeschlossen ist.
 
''Zusammenfassung des ersten Abschnitts.''
Sublimieren Sie das Quecksilber und lösen Sie es auf; Dann unterziehe man die gesamte Substanz einem Sud, bis sie auf ihre ursprüngliche Natur reduziert ist, d. h. bis man Schwefel und Quecksilber aus derselben Substanz erhält, die in Bergwerken zu Gold und Silber verarbeitet wird. Und wer diese Kunstfertigkeit besitzt, hat einen unvergänglichen Schatz.
 
==== Kapitel VII ====
Das zweite Regime, die Reinigung.
Das zweite Regime des Steins ist seine Waschung, das heißt die Entfernung all dessen, was schwarz, verdorben und faulig ist, wodurch er strahlend, klar und rein wird.
Dies geschieht durch die Trennung der Elemente, die Destillation der Wasser und die Auflösung des Steins, denn es gibt zwei trockene oder steinige und zwei feuchte oder wässrige Elemente. Die trockenen Elemente sind Feuer und Erde, die wässrigen sind Luft und Wasser. Feuer reinigt Wasser durch Destillation, und so reinigen sich alle Elemente und werden einander angeglichen.
So ist auch unser Stein in vier Elemente geteilt, damit er besser aufgehellt und von Verunreinigungen gereinigt und anschließend fester verbunden werden kann. Doch nichts ist jemals entstanden, gewachsen oder belebt worden, außer nach Verwesung und Verdauung. Wenn keine Fäulnis stattfindet, kann es weder Schmelzen noch Lösung geben, aber wenn es keine Lösung gibt, dann wird nichts erreicht.
 
''Teilung des Steins in vier Elemente.''
Nimm den Stein in seinem verrotteten Zustand, reinige ihn durch die Reinigung der vier Elemente, durch Destillation, durch ein leichtes und gleichmäßiges Feuer. Nimm das Wasser. Verstärke dann das Feuer ein wenig, bis die gesamte Luft mit Feuer vermischt ist und das, was am Boden in verbranntem Zustand zurückbleibt, trocken ist, schwarze Erde. Das Wasser wird im Bad der Heiligen Maria gereinigt, aber Luft und Feuer werden
durch die Asche destilliert, und die gröberen Teile der Erde bleiben unten, während die feineren Teile nach oben getragen werden. Erde trocknet aus und fixiert, Wasser reinigt und klärt. Luft und Feuer färben und bewirken Fließfähigkeit; daher ist es notwendig, viel Wasser und Luft zu haben. Die Menge der Tinktur wird im Verhältnis zur Menge der Luft stehen. Strebe daher, mein Liebster, in all deinen Werken danach, Quecksilber in der Vermischung zu überwinden, damit du genügend Luft hast; Und wenn du dies aus eigener Kraft vollenden kannst, wirst du der Erforscher der
überwindlichen Kraft sein, die in der höchsten Vollkommenheit der Natur wohnt. Nach diesem Vorgang ist es dennoch notwendig, dass die Medizin über dem Feuer reift und genährt wird, wie das Kind an der Brust genährt wird.
 
''Über die Waschung des Wassers.''
Wenn ihr die Elemente des Steins getrennt habt, reinigt sie; reinigt die Luft und das Wasser durch siebenfache Destillation. Feuer und Erde hingegen müssen gut kalziniert werden. Destilliert Luft und Wasser getrennt, denn die Luft ist kostbarer als das Wasser.
Die Luft färbt die Erde und erfüllt sie mit Leben und der empfindsamen Seele. Luft und Wasser müssen vor übermäßiger Hitze geschützt werden, sonst trocknen sie aus. Dies geschieht durch Bestattung. Wenn die Reinigung abgeschlossen ist, ist die gesamte Substanz wunderbar weiß und glänzend. Der Bodensatz des destillierten Wassers muss sorgfältig entfernt und zusammen mit der bereits erwähnten Schwärze der Erde beiseitegestellt werden. Stellt auch das siebenfach destillierte Wasser beiseite, denn es ist die Medizin und das Wasser des Lebens, das den Laton wäscht. Wie ihr mit dem weißen Wasser verfahrt, so verfahrt auch mit dem roten; es gibt keinen Unterschied zwischen den beiden, außer dass das eine weiß und das andere rot färbt.
''
Über die Reinigung der Luft.''
Trennen Sie die Luft vom Feuer durch Destillation, d. h. durch die Asche. Was destilliert wird, ist reinste Luft; was am Boden zurückbleibt, ist trockenes Feuer. Die Luft ist das Öl und die Tinktur, das Gold und die Seele der Weisen, die Salbe, durch die die gesamte Lehre vollbracht wird. Feuer und Luft müssen zusammen destilliert werden, da sie von derselben Natur sind. Vermischen Sie den Stein mit Feuer, so wird er rot und besitzt alle Eigenschaften der roten Tinktur.
 
''Wie man aus allem Öl gewinnt.''
Lege so viel gereinigtes Quecksilber auf den Körper, aus dem du Öl gewinnen willst, dass er bedeckt ist, vollständig, das heißt bis zu einer Höhe von vier Zoll, besser noch höher; dann stelle ihn über ein schwaches Feuer.
Das Öl oder die Luft wird bald durch das Quecksilber aufsteigen. Fange es vorsichtig auf, und falls nötig, das heißt, wenn das Quecksilber weniger wird, gib mehr reines und warmes Quecksilber hinzu und setze den Sud fort, bis das gesamte Öl gewonnen ist.
Dieses Öl muss dann durch Einbetten und siebenfache Destillation im Destillierkolben gereinigt werden, bis es strahlend weiß ist. Es schwimmt auf der Wasseroberfläche. Stelle es beiseite, denn es ist die Öltinktur, die Goldene Seele und die Salbe der Philosophen, die färbt, tönt, fixiert und flüssig macht. Eine dünne Metallplatte, die darin getaucht wird, verwandelt sich in Silber, wenn sie weiß ist, und in Gold, wenn sie rot ist. Vermische aber nicht das Goldöl mit dem Silberöl oder umgekehrt; denn jedes hat seinen eigenen Zweck: das eine zum Weißfärben, das andere zum Rotfärben.
 
''Der Unterschied zwischen Wasser und Öl.''
Wasser reinigt nur, Öl färbt und färbt. Taucht man einen Lappen in sauberes Wasser, wird er sauberer als zuvor; doch das Wasser verdunstet. Taucht man ihn in farbiges Öl, saugt er sich mit der Farbe des Öls voll, und diese Farbe lässt sich nur entfernen, indem man den ganzen Lappen verbrennt. Denn Öl ist dickflüssiger und intensiver und zugleich leichter als Wasser. Dennoch gewinnen wir dieses Öl mithilfe des Wassers und aus dem Wasser. Das Wasser ist der Geist, der das Öl, die Seele, bindet, so wie die Seele den Körper bindet.
Durch das Öl erfolgt unsere Gerinnung, weil es die flüchtigen Stoffe bindet. Säe die Seele in weiße, flockige Erde, denn sie wird sie binden: Denn wenn sie von der Erde zum Himmel aufgestiegen und zur Erde herabgestiegen ist, hat sie die Kraft der himmlischen und der irdischen Dinge empfangen.
 
''Die Reinigung von Feuer und Erde.''
Sammelt die unreinen Ablagerungen, die bei der Ölreinigung anfallen, und gebt sie zum Feuer, da sie Feuer sind und schwarze und rötliche Flecken aufweisen, die mit dem ersten Wasser zerstoßen und vorsichtig verbrannt werden müssen, bis sie zu einem trockenen Pulver werden, ohne die Feuchtigkeit der Luft. Ebenso muss die Wasserablagerung mit Erde vermischt und dreimal kalziniert werden, bis sie weiß und trocken ist. Kalziniert Feuer mit Feuer und Erde mit Erde, bis sie rein und frei von Schwarz sind. Was vom Feuer aufsteigt, ist das rote Öl; was von der Erde aufsteigt, ist das weiße, kostbare Öl. Führt all diese Prozesse durch und bewahrt jeden Teil sorgfältig getrennt auf.
 
''Die Ursache der Waschung nach Platon.''
Nach Platon sollte man nach besten Kräften die Trennung der Elemente bewirken: Wasser und Luft durch Destillation und Erde durch Hitze und Kalzinierung reinigen, bis nichts von der Seele im Körper verbleibt, d. h. bis nichts mehr verdampft, wenn man ihn auf eine glühende Metallplatte legt. Für diesen Vorgang benötigen wir kein anderes Wasser als unser weißes Wasser, kein anderes Öl als unser weißes oder orangefarbenes Öl, kein anderes Feuer als unser rotes Feuer und keine andere Erde als die blasse oder leicht weiße. Bereitet man die Elemente so vor, ist die Erde bereit zur Auflösung, das Wasser wirksam für die Verdauung und das Öl, in dem das Feuer ist, hervorragend zum Färben geeignet. Sollten am Ende des Prozesses nicht solche Elemente vorliegen, deutet dies auf einen Fehler hin; korrigieren Sie ihn, denn es ist einfacher, als von vorn zu beginnen. Jedes Element muss sorgfältig verschlossen werden.
In einem gut verschlossenen Glasgefäß sollte man auf jedes seinen Namen und eine Beschreibung seiner Eigenschaften schreiben, denn es wäre fatal, eines mit dem anderen zu verwechseln.
 
''Zum dritten Verfahren, dem der Reduktion.''
Das dritte Verfahren besteht darin, der trockenen Erde das feuchte Wasser zurückzugeben, damit sie ihre verlorene Feuchtigkeit wiedererlangen kann. Da Feuer und Erde beides trockene Elemente sind, müssen sie zunächst miteinander verbunden werden, bevor diese Wiederherstellung stattfinden kann. Dann sind die trockenen Elemente in der Lage, mehr Feuchtigkeit aufzunehmen als zuvor, denn die Kalzinierung zersetzt einen Körper und entleert ihn so seiner gesamten Feuchtigkeit, dass er seine wässrige Feuchtigkeit sehr gierig aufnimmt. Arnold widmet hier ein Kapitel der Albifizierung und Sublimation der Erde durch häufiges Stampfen, Aufnehmen und Verarbeiten des Quecksilbers. Wenn dieser Prozess vollständig abgeschlossen ist, das heißt, wenn er weiß wie Schnee aufsteigt, erhalten wir die gute, flockige, strahlend weiße Erde oder den weißen, unverbrennbaren Schwefel. Wenn du roten Schwefel gewinnen willst, löse diesen weißen Schwefel in rotem Wasser durch Zerstoßen, Sättigen und gutes Aufbrühen auf; lasse ihn abwechselnd zu einem Stein gerinnen und löse das Geronnene abwechselnd im roten Wasser auf. Nach dem dritten Mal sublimiere das Ganze in einem heftigen Feuer, und was aufsteigt, wird schneeweißer Schwefel sein, während das, was am Boden zurückbleibt, rot wie Scharlach ist. Daher siehst du, dass es zwar zwei verschiedene Stufen unserer Lehre gibt, aber in Wirklichkeit nur einen Stein.
 
''Die wahre Methode, der Erde das Wasser zurückzugeben.''
Gieße zunächst ein Fünfzigstel der eigenen Wassermenge auf die sorgfältig zerstoßene Erde.
Denn es ist notwendig, der Erde anfangs wenig Wasser zu geben, so wie ein Säugling anfangs wenig Nahrung benötigt.
Dies sollte immer wieder mit großer Geduld wiederholt werden, wobei jedes Mal mehr Wasser über die Erde gegossen wird, jedoch nicht mehr, als die Erde aufnehmen kann.
Nach jedem Zerstoßen und Übergießen sollte das Ganze acht Tage lang gründlich durchfeuchtet werden.
Ohne ständige, geduldige Bewässerung kann die Erde keine Frucht bringen.
Fahre mit dem Zerstoßen und Durchgießen fort, bis das gesamte Wasser aufgesogen und verdunstet ist und die Erde weiß geworden ist.
Das Wasser sollte nach jedem Durchgießen mäßig zugeführt werden; zu viel davon führt zu einem stürmischen Zustand, zu wenig verwandelt die Materie in glühende Asche.
Die angewendete Hitze sollte der von Pferdemist entsprechen. Nach dem Einweichen sollte die Erde sieben Tage lang eingegraben werden. Drei Farben kennzeichnen die drei Stadien dieses Prozesses.
Die schwarze Farbe zeigt an, dass die Substanz noch unvollkommen ist: Nach ihrem Erscheinen sollte die Hitze des Feuers leicht erhöht werden. Durch ständiges Wiederholen des Vorgangs wird die Erde bald weiß; dann sollte die orange Farbe sichtbar werden. Je klarer das Wasser, desto klarer wird die Erde; je öfter die Erde gewaschen wird, desto weißer wird sie. Dinge sublimieren entweder von selbst, wenn sie Geister sind, oder, wenn sie Körper sind, mithilfe einer geistigen Substanz. Unsere Erde sublimiert nicht in ihrem Zustand als Kalk, es sei denn, sie wird zuvor fein mit Quecksilber vermischt. Daher sollte man die Erde zerstoßen, sie mit Quecksilber sättigen und beides so lange vermischen, bis es zu einem einzigen Körper wird. Dies muss immer wieder wiederholt werden, sonst kann die Sublimation nicht stattfinden, da die Erde sich nicht richtig mit dem Quecksilber verbindet. Die Sublimation setzt die Reduktion des Körpers in eine subtile Materie und Natur voraus.
Durch diese Sublimation werden Körper von ihren gröberen Elementen befreit und auf ihre Urmaterie reduziert, die dann vollständig entwickelt werden kann. Möchte man die sublimierte Substanz zu Silber entwickeln, sollten sowohl Erde als auch Quecksilber weiß sein; möchte man sie zu Gold entwickeln, sollten beide rot sein, und das Pulver eingerieben. Wenn Quecksilber für den Mond sublimiert wird, sollte nichts anderes darf damit vermischt werden, denn die Farbe der Sonne geht nicht in den Mond über, noch die des Mondes in die Sonne. Vermischen Sie nicht, was aufsteigt, und was unten bleibt. Was unten bleibt, sollte erneut zerstoßen und gesättigt werden, bis alles sublimiert oder mit Quecksilber vermischt ist. Bei der Sublimation von Quecksilber sieht man eine strahlend weiße Erde, wie Schnee, und gleichsam ein lebloses Pulver, das an den Wänden des Glases haftet. Wiederholen Sie die Sublimation darauf, ohne dass die Rückstände unten zurückbleiben. Bald wird sich das Aufsteigende als weißes, flockiges Pulver absetzen. Dies ist die hochwertige Asche, während das, was sich unten absetzt, der üble Bodensatz ist und entfernt werden sollte. Auf diese Weise wird der weiße Schwefel oder die weiße Tinktur vollendet.
 
''Das vierte Verfahren besteht in der Fixierung, und zu diesem Zweck benötigen wir ein bestimmtes Ferment.''
Der vierte Vorgang ist die Fixierung des weißen und roten Schwefels auf einem festen Körper, d. h. Silber bzw. Gold. Ohne ein geeignetes Ferment kann der Mond nicht zur Sonne werden, sondern die Substanz, da nichts sie daran hindert, wird wieder zu Wasser. Sie muss daher mit dem Körper verbunden werden, aus dem sie ursprünglich hergestellt wurde, also dem Mond oder der Sonne. Es ist notwendig, sie mit ihrem eigenen Körper zu vereinen. Mischen Sie sie dazu mit dem Ferment (entweder weiß oder rot), das sie vollständig in ihre eigene Natur integriert. Mischen Sie nicht das Ferment des einen (weißen) Schwefels mit dem des anderen (roten) Schwefels: Das Ergebnis wäre enttäuschend. Die Gärung von Gold ist Gold, und die Gärung von Silber ist Silber, und es gibt keine anderen eigentlichen Gärungen auf der ganzen Welt, denn nichts härtet aus, was nicht selbst gehärtet ist.
 
''Das Gewicht des Ferments muss größer oder zumindest gleich dem Gewicht seines Schwefels sein.''
Die Menge an flüchtigem Schwefel in einem Ferment darf nicht größer sein als die seines Körpers.
Wenn der Körper überwiegt, so Platon, verwandelt er den flüchtigen Schwefel schnell in ein Pulver seiner eigenen Farbe, also entweder in Gold- oder Silberfarbe. Der Schwefel kann nur durch das Medium Wasser, die Zwischensubstanz zwischen Schwefel und Ferment, in die Körper gelangen. Daher zuerst die Erde, dann das Wasser und dann die Luft hinzufügen (Avicenna). Wenn du die rote Tinktur erhalten willst, füge an vierter Stelle das Feuer hinzu, da die weiße Tinktur nur drei Elemente benötigt, die rote Tinktur aber zusätzlich das Feuer.
Öffne daher und verschließe, löse und gerinnen, wasche und trockne, denn Wasser ist das Medium, das die Tinkturen aus Öl, Luft und Feuer verbindet. Nimmt man zuerst Öl und dann Erde, wird das Öl in der Erde verkümmern, denn das Wasser dringt ein. Nimmt man zuerst Wasser und dann Öl, so schwimmt das Öl auf dem Wasser. Nimmt man aber zuerst Wasser und dann Erde, so wird das Wasser schwerer sein als die Erde. Verbindet daher das Wasser mit der Erde, bis es daran haftet.
Wenn eines der vier Elemente zerstört wird, sterben alle; wenn eines mehr Seele hat als das andere, ist es wertlos. Die Gärung ist die Seele; sorgt dafür, dass ihr die Gärung so gestaltet, dass ein gebrannter, gelöster und verhärteter Staub entsteht. Wenn die Gärung nicht richtig durchgeführt wird, wird das ganze Lehramt versagen.
 
''Die praktischen Anwendungen der Elementtrennung.''
Wenn man den Stein nicht in seine vier Elemente teilt, kann die Seele nicht richtig mit dem Körper vereint werden.
Wenn man den Körper nicht mit dem vermischt, worauf man die Projektion ausüben möchte, wird der Körper den Geist nicht lieben. Wenn man das Ferment nicht mit dem Elixier kombiniert, ist der Körper, auf den die Projektion ausgeübt wird, nicht richtig gefärbt. Wenn man nicht alles, was man dem Elixier hinzufügt, sublimiert, wird es rohes Gold und Silber sein, und wenn das Ganze nicht vorbereitet ist, wird es das Feuer nicht aufrechterhalten. Schließlich wird das Gold und Silber ohne Mühen des Erweichens und Härtens nicht formbar sein. Die Erde, die dem Elixier hinzugefügt wird, muss sublimiert werden, damit das Ganze vollständig vereint werden kann. Wenn man das Elixier projizieren möchte, mache man Erde aus der Substanz, deren Körper man verändern möchte, und gebe sie dem Ferment hinzu (wie oben beschrieben), wenn es Gold ist, aus Gold und wenn es Silber ist, aus Silber. Sie müssen das Ferment mit dem Körper vermischen, auf den Sie das Elixier projizieren möchten. Der Körper und das Ferment, die im Elixier vereint werden, müssen zwei- oder dreimal sublimiert werden. Jede Sublimation verstärkt die Wirkung des Elixiers um das Hundertfache, hundertfach, tausendfach usw. bis ins Unendliche.
 
''Wir müssen auf die richtige Menge jeder Substanz achten.''
Wenn Sie unseren Stein herstellen möchten, sollten Sie wissen, wie viel Wasser, Luft, Feuer und Erde er enthält, wenn er kalziniert, aufgelöst und reduziert wird. Im ersten Fall ist er trockener, heißer, feuchter und kalter. Im zweiten Fall ist er kalter, heißer, feuchter und trockener. Im dritten Fall ist er heißer, feuchter, trockener und kalter.
 
''Wie die Elemente verbessert und die Verschmelzung der Medizin beeinflusst wird.''
Bei der Verbindung des Steins sind drei Hauptfarben zu erwarten: zuerst Schwarz, dann Weiß und schließlich Rot. Achten Sie darauf, dass die Tinktur nicht rot wird, bevor sie schwarz wird, da sie sonst durch Verbrennung verdirbt, und dass keine der Farben vor ihrer Zeit oder in der falschen Reihenfolge erscheint. Sollte Rot vor Schwarz oder Weiß erscheinen, kochen Sie die gesamte Mischung in weißem Wasser ab, bis die richtige Farbe wiederhergestellt ist. Beachten Sie außerdem, dass das Abkochen durch Einbetten den Fehler der Verbrennung vermeidet und die verlorene Feuchtigkeit wiederherstellt. Falls sich die Medizin nicht richtig verbindet, korrigieren Sie dies durch Auflösung. Die Reinigung und Auflösung erfolgen nicht durch gewöhnliches, sondern durch Quecksilberwasser.
Wir kalzinieren die Medizin, damit wir sie besser auflösen, damit sie besser gereinigt, fixiert und geschmolzen werden kann und damit die Körper einen besseren Eindruck davon erhalten und besser durchdrungen werden können. Gegen Ende der Behandlung ist es ratsam, den Körper des Ferments, ob weiß oder rot, aufzulösen, damit er sich umso leichter verbindet. Nicht alle Bestandteile werden durch die Auflösung vollständig getrennt, aber die Trennung ist ausreichend, um die Entfernung aller Verunreinigungen zu gewährleisten. Wenn das Metall, das durch die Medizin umgewandelt werden soll, nicht genügend Farbe hat, sollte mehr von der Medizin hinzugefügt werden; wenn es zu viel hat, sollte die Dosis verringert werden. Wenn die Medizin nicht ausreichend fixiert ist, besteht die Abhilfe darin, die Auflösung und Koagulation mehrmals zu wiederholen. Wenn sie zu fest ist, sollte mehr Öl, d. h. die Luft des Steins, hinzugefügt werden; und beachten Sie im Allgemeinen, dass für die Fixierung mehr von den kalten und trockenen und weniger von den heißen und feuchten Elementen benötigt werden.
 
''Von den bei der Fixierung zu beachtenden Mengen.''
Die gesamte Natur wird von Verhältnis und Proportion bestimmt; daher müssen wir bei der Fixierung unseres Steins wissen, wie viel Wasser, Luft, Erde und Feuer wir benötigen. Werden die richtigen Proportionen nicht eingehalten, ist unsere gesamte Arbeit zum Scheitern verurteilt. Sowohl zu viel als auch zu wenig Erde, Luft, Feuer und Wasser führen zu einem entsprechenden Mangel. Ich spreche hier allgemein von Elixieren, aber Feuer wird nicht als Bestandteil des weißen Elixiers verwendet. Die schweren Elemente in unserer Substanz und dem Ferment werden Erde genannt; die aufsteigenden Elemente werden als Luft und Wasser bezeichnet. Für die Fixierung in Erde sollte bei der weißen Tinktur stets mehr Erde als von den anderen Elementen vorhanden sein. Bei 1 1/2 Unzen Luft und 2 Unzen Wasser müssen 2 3/4 Unzen Erde und dreimal so viel Erdferment wie weißer Schwefel vorhanden sein. Bei 1 Unze weißem Schwefel müssen 3 Unzen Fermentationsmittel vorhanden sein. Füge 2 Unzen Wasser und 1 1/2 Unzen Luft hinzu, und das Elixier ist fertig. Für die Sonnentinktur, die heißer ist als die Mondtinktur, benötigen wir 2 Unzen Erde, 3 Unzen Wasser, ebenso viel Luft und 1 1/2 Unzen Feuer – denn wenn viel Wasser und wenig Feuer vorhanden ist, wird das Feuer erlöschen. Die schweren Elemente wie Erde und Wasser eignen sich besser zur Fixierung und Ruhe; die leichteren Elemente, nämlich Luft und Feuer, eignen sich besser zur Verschmelzung und zur Herstellung der Tinktur. Iss nicht, was du nicht trinkst, und trinke nicht, was du nicht isst, sondern iss und trinke nacheinander gemäß den Anforderungen unserer Kunst.
 
''Über die Herstellung und Zusammensetzung des weißen Elixiers.''
Kein Körper, der nicht zuvor gereinigt wurde, kann seine Seele bewahren.
Trinken soll nach dem Essen, nicht umgekehrt. Gut fixieren, gut mischen, gut färben: und ihr habt die ganze Meisterschaft. Zerstoßt drei Teile reines Silberpulver mit der doppelten Menge weißen Quecksilbers in einem Porphyrmörser, bis das Quecksilber das gesamte Silber aufgesogen hat und die Mischung die Konsistenz von Butter hat.
Reinigt sie mit Essig und Kochsalz, bis der Essig klar und rein ist; dann wäscht das Salz mit sauberem, süßem Wasser ab und trocknet sie am Feuer. Zerstoßt sie mit einem Teil weißem Schwefel, bis beides zu einem einzigen Stoff wird, gebiert einen Teil seines weißen Wassers hinzu und sublimiert nach und nach über dem Feuer, bis alles Flüchtige aufgestiegen ist.
Nehmt sie nach dem Abkühlen heraus und sammelt die Partikel, die sich an den Wänden des Gefäßes abgesetzt haben. Wiederhole dann den Vorgang des Zerkleinerns, Sättigens und Sublimierens – immer wieder.
Reduziere dabei das Aufsteigende auf das Feste unten, bis alles fest ist. Dies geschieht auf natürliche Weise durch die gerinnungsfördernde Wirkung des festen Schwefels. Kurz gesagt: Studiere die Natur und schaffe alle notwendigen äußeren Bedingungen für sie. Dann kannst du darauf vertrauen, dass sie den Rest erledigt. Wenn deine Erde erfüllt ist, kannst du eine Geburt zu einem Zeitpunkt erwarten, an dem die Natur es für richtig hält. Sobald die Geburt stattgefunden hat, nähre und stärke sie, damit sie das Feuer nährt, und du wirst in der Lage sein, Visionen zu entwickeln.
 
''Von der Reduktion der Luft im Weißen Elixier.''
Wenn das Wasser mit der Erde verbunden ist, zerstoßen Sie es, sättigen Sie es durch Besprengen mit einem Teil seiner Luft, sublimieren Sie es bei allmählich ansteigender Hitze, bis durch ständige Sublimation das Ganze fixiert ist. Dann setzen Sie es 24 Stunden lang einem starken Feuer aus, einen weiteren Tag und eine weitere Nacht einem noch stärkeren Feuer und am dritten Tag und in der dritten Nacht einem sehr starken, zum Schmelzen geeigneten Feuer. Die Luft wird dann mit Erde und Wasser verbunden sein.
 
''Einäscherung des Weißen Elixiers.''
Nimm eine Drachme der Kristallplatte, die du am Boden des Gefäßes findest; zerstoße sie, und träufle langsam etwas von ihrer weißen Luft in einem dünnen Tiegel über schwachem Feuer darauf, bis sie, wie Wachs, rauchfrei flüssig wird. Teste sie auf einer heißen Platte. Wenn sie schnell schmilzt, wie Wachs, ist die Einäscherung abgeschlossen. Wenn nicht, vollende den Vorgang, indem du ihr weißes Öl nach und nach darauf träufelst, bis es wie rauchloses, geschmolzenes Wachs wird. Fahre mit der Sublimation fort, bis die gesamte Substanz fixiert ist. Das heißt, wenn du durch Sublimation den reinsten Teil der Erde fixiert hast, wiederhole die Sublimation des nicht fixierten Teils über dem fixierten Teil, bis alles fixiert ist. Teste die Schmelzbarkeit über einem starken Feuer; wenn das Ergebnis zufriedenstellend ist, muss die Sublimation nicht fortgesetzt werden. Wenn nicht, setze die Sublimation des nicht fixierten Teils fort. Dann lässt man es abkühlen, und man erhält eine unschätzbare Tinktur, von der ein Teil – mit in Essig gelöstem Salz – 1000 Teile Quecksilber oder gewöhnliches Metall in reinstes Silber verwandelt, besser als das aus der Mine.
 
''Die Zusammensetzung des Roten Elixiers.''
Das Rote Elixier – zur Umwandlung von Metallen in Gold – wird auf die gleiche Weise wie das Weiße Elixier hergestellt.
In diesem Fall wird Gold anstelle von Silber verwendet. Ersetzen Sie jede weiße Substanz durch eine rote Substanz derselben Art.
Anstelle von Silberpulver wird Goldpulver verwendet, und das Quecksilberwasser wird durch das Feuer des Steins rot gefärbt.
Sublimieren Sie die Substanz wiederholt, bis das gesamte Quecksilber fixiert ist.
Wenn drei Viertel des roten Wassers fixiert sind, stellen Sie das Ganze für 24 Stunden über ein sehr schwaches Feuer, damit es besser gereinigt und fixiert wird. Nehmen Sie es anschließend heraus und erhitzen Sie es in einem Tiegel, ebenfalls über einem sehr schwachen Feuer.
Träufeln Sie rotes Öl darauf, bis es flüssig wie Wachs und rauchfrei wird.
Ein Teil dieser Roten Tinktur, auf Silber oder gereinigtes Quecksilber – mit Salz und Essig – geträufelt, verwandelt 1000 Teile davon in reinstes Gold, besser als das aus der Mine und beständig gegen alle Prüfungen.
Daher sagen die Weisen, dass ihr Gold und Silber nicht mit dem Gold und Silber der Menge vergleichbar sei, da es sich durch unendlich größere Reinheit auszeichne.
 
''Über die Vermehrung der Arzneien.''
Löst man diese Arzneien nach ihrer Fixierung und Sättigung mit ihren weißen oder roten Ölen auf, bis sie wie Wachs fließen, und dann in ihrem weißen oder roten Quecksilber, bis sie wie klares Wasser aussehen, und lässt sie anschließend durch sanftes Digestieren gerinnen und verflüssigt sie erneut mit ihren Ölen über dem Feuer, bis sie sehr schnell fließen, so wird ihre Wirkung verdoppelt. Destilliert man sie nach dem Auflösen einmal, so wird ihre Kraft hundertfach vervielfacht. Um die Arzneien zu vervielfachen, löst man den Geist jeder Arznei jeweils in ihrem Wasser durch Einbettung. Trennt man von jeder Arznei das Öl durch Destillation, dann das Wasser, dann das Feuer, und die Erde bleibt unten. Reduziert man das Wasser durch Sublimation über der Erde, bis es mit der Erde verbunden ist, so sättigt man es dann mit dem Öl oder der Luft und der Tinktur, bis es fixiert und flüssig wie Wachs ist; so wird seine Wirkung verzehnfacht. Wiederholt man den Vorgang, so wird seine Wirkung jedes Mal um das 100-, 1000-, 10.000-fache usw. verstärkt. Je öfter das Arzneimittel aufgelöst, sublimiert und gerinnt, desto wirksamer wird es; bei jeder Sublimation verzehnfacht sich seine Wirkung.
 
''Was verstehen wir unter Auflösung und Sublimation?''
Wenn ich von Auflösung spreche, dürfen Sie nicht meinen, dass das Elixier vollständig in Wasser aufgelöst werden soll, sondern nur so weit wie möglich subtilisiert werden soll, um seine Bestandteile zu trennen, das Trockene darin zu befeuchten und das Grobe zu verfeinern. Denn die Auflösung dient ausschließlich der Sublimierung, nicht der Verfeinerung, und dem Zweck, Körper und Geist zu vereinen. Die Sublimierung der Körper ist die Auflösung in Wasser, denn Destillation oder Auflösung überführt den Stein von der Möglichkeit zur Wirkung, in der sich Körper und Geist begegnen und so untrennbar miteinander verbunden werden. Die Bestätigung der Geister durch die Körper erfolgt bei der Sublimierung der Körper, denn nur so können diese die Geister aufnehmen. Ich habe nicht zu viel gesagt; aber falls Sie etwas in meinen Ausführungen nicht verstehen, lesen Sie sie immer wieder, bis Sie meine Bedeutung vollständig erfasst haben. Was wir gesagt haben, ist die unumstößliche Wahrheit, und ihr dürft weder nach rechts noch nach links davon abweichen, sonst irrt ihr.
Wenn ihr meine falsche Bedeutung nicht versteht, gebt nicht mir die Schuld, ''sondern eurer eigenen Unwissenheit.''
 
''Wie man die Projektion herstellt.''
Da es schwierig ist, eine Million Teile zu verschmelzen, gehe bei der Projektion wie folgt vor: Nimm hundert Teile Quecksilber, gereinigt mit Essig und Salz; gib es in einen Tiegel über das Feuer; sobald es zu sprudeln beginnt, füge einen Teil deines Elixiers hinzu und projiziere die gesamte Mischung auf hundert weitere Teile siedendes, gereinigtes Quecksilber. Projiziere dann einen Teil dieser Mischung auf hundert Teile gereinigtes Quecksilber, und alles wird zu unserem Elixier. Projiziere anschließend einen Teil davon, geronnen, auf hundert Teile gereinigtes Quecksilber, und es wird zu reinstem Gold oder Silber, je nachdem, ob die Tinktur rot oder weiß ist. Und dies ist der Rosenkranz der Philosophen, geschmückt mit duftenden Rosen, weißen und roten, der essentielle Auszug vieler Bücher, nichts Überflüssiges enthaltend, nichts Notwendiges auslassend, für die unendliche Erschaffung von wahrer Sonne und wahrem Mond. Unsere Medizin besitzt die Kraft, alle Gebrechen und Krankheiten, sowohl Entzündungen als auch Schwäche, zu heilen: Sie verwandelt einen alten Mann in einen Jüngling. Besteht die Krankheit seit einem Monat, kann sie an einem Tag geheilt werden; besteht sie seit einem Jahr, kann sie in zwölf Tagen geheilt werden; besteht sie seit vielen Jahren, kann sie in einem Monat geheilt werden. Daher wird diese Medizin nicht ohne Grund höher geschätzt als alle anderen Schätze dieser Welt.
 
''Zusammenfassung des gesamten Werkes.''
Zuerst sublimieren Sie die Substanz und reinigen sie von allen Verunreinigungen; lösen Sie dabei auch ihren weißen oder roten Zusatz auf,
bis das Ganze so fein und flüchtig ist, wie es nur sein kann.
Dann fixieren Sie es mit allen Mitteln, bis es der Feuerprobe standhält. Danach sublimieren Sie den fixierten Teil des Steins zusammen mit seinem flüchtigen Teil; machen Sie den fixierten Teil flüchtig und den flüchtigen Teil fixiert, durch abwechselndes Lösen und Sublimieren; fahren Sie so fort und fixieren Sie dann beides zusammen, bis eine weiße oder rote flüssige Tinktur entsteht. Auf diese Weise erhalten Sie das unschätzbare Geheimnis, das alle Schätze der Welt übertrifft. Widmen Sie sich ganz diesem Studium; meditieren Sie Tag und Nacht darüber; und überprüfen Sie vor allem die Wahrheit Ihrer theoretischen Vorstellungen durch ständige Anwendung in der Praxis. Sie werden in allen Büchern der Weisen nichts Klareres und Deutlicheres finden als das, was ich Ihnen gesagt habe. Lob sei der Dreifaltigkeit und Ehre sei der seligen Jungfrau Maria.
 
''Ende der Zusammenfassung Arnolds.''
</poem></div></div>
 
== Inhalt ==
Die "neue kostbare Perle" ist eine Apologie (Verteidigungsschrift) der Alchemie, die deren theoretisches Fundament auf theologischem und aristotelischem Fundament festigt.
 
Pretiosa Margarita ist eines der ersten Werke, das die Alchemie nicht als bloße Rezeptsammlung, sondern als tiefgründige, philosophische Wissenschaft ("göttliche Kunst") darstellt, die nur durch göttliche Gnade und wahre Einsicht erlangt werden kann.


* [https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/53018/1/      Pretiosa Margarita, Oder Neu-erfundene Köstliche Perle Von dem Unvergleichlichen Schatz und höchst-kostbahren Stein der Weisen, In sich haltend den eigentlichen Grund-Riß und Lehr-Arth dieser Göttlichen Kunst], Erscheinungsort  Leipzig , (Latein - deutsch)
Das Werk enthält eine theoretische Zusammenstellung der wichtigsten alchemistischen Lehren des Mittelalters, basierend auf Autoritäten wie Arnaldus, Rhaymundus und Rhazes. Es verteidigt die Alchemie als eine legitime, teils natürliche, teils göttliche Wissenschaft.


* [https://books.google.com/books?id=sF9uWdzgAxsC&pg=PP24&lpg=PP24&dq=pretiosa+margarita+k%C3%B6stliche+perle&source=bl&ots=1CZgv3oJL6&sig=ck-U-1HPkBHyW-18nBMo4dw7DlY&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=pretiosa%20margarita%20k%C3%B6stliche%20perle&f=false  Pretiosa Margarita: Oder Neu-Erfundene Köstliche Perle], von Giano Lacinio
Petrus Bonus verbindet die Alchemie (Herstellung des Steins der Weisen) eng mit christlicher Theologie und Philosophie. Er vergleicht den Prozess der Metalltransmutation (von unedlen zu edlen Metallen) mit der unbefleckten Empfängnis und der Auferstehung.
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== Literatur ==
* Pretiosa Margarita : Oder Neu-erfundene Köstliche Perle Von dem Unvergleichlichen Schatz und ... Stein der Weisen ... ; ingleichen andere aus dem Arnoldo, Rhaimundo, Rhasi, Alberto und Michaele Scoto zusammen gelesene Schrifften, Author: Janus Lacinius; Wolfgang G Stoll; Petrus Bonus; Arnoldus, de Villa Nova.; Raimundus Lullus; Leipzig : Johann Friedrich Braun, 1714.
*  PETRUS BONUS : [http://www.textmanuscripts.com/tm-assets/tm-descriptions/tm0541-description.pdf Pretiosa margarita novella - The Precious New Pearl]- In Latin, decorated manuscript on paper, Spain (Catalonia), c. 1450-1480
* [https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/53018/1/      Pretiosa Margarita, Oder Neu-erfundene Köstliche Perle Von dem Unvergleichlichen Schatz und höchst-kostbahren Stein der Weisen, In sich haltend den eigentlichen Grund-Riß und Lehr-Arth dieser Göttlichen Kunst], Erscheinungsort  Leipzig , (Latein - deutsch) - 1714
* Ein Werk mit ähnlichem Titel ist ''Pretiosa Margarita novella de thesauro ac pretiosissimo philosophorum lapide'' von Giano Lacinio aus dem Jahre 1557. Es enthält u.a. eine Zusammenfassung des [[Rosarium Philosophorum]].
* DSD : [https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/53018/67    Pretiosa Margarita novella de thesauro ac pretiosissimo philosophorum lapide], Verleger  Braun Erscheinungsort Leipzig Erscheinungsdatum  1714 (alttdeutsch)
* Archive : [https://archive.org/details/pretiosamargarit00laci  Pretiosa margarita novella : de thesavro, ac pretiosissimo philosophorvm lapide : artis huius divinae typus & methodus] : collectanea ex Arnaldo, Rhaymundo, Rhasi, Alberto, & Michaele Scoto by Lacinio, Giano; Bonus, Petrus, fl. 1323-1330 ; Publication Venedig 1546
* [https://books.google.com/books?id=sF9uWdzgAxsC&pg=PP24&lpg=PP24&dq=pretiosa+margarita+k%C3%B6stliche+perle  Pretiosa Margarita: Oder Neu-Erfundene Köstliche Perle], von Giano Lacinio
* [http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11274800_00005.html Pretiosa Margarita novella de thesauro ac pretiosissimo philosophorum lapide], Autor / Hrsg.: Lacinio, Giano ; Lacinio, Giano,  Verlagsort: Venetiis | Erscheinungsjahr: 1557  
* [http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11274800_00005.html Pretiosa Margarita novella de thesauro ac pretiosissimo philosophorum lapide], Autor / Hrsg.: Lacinio, Giano ; Lacinio, Giano,  Verlagsort: Venetiis | Erscheinungsjahr: 1557  
* [http://www.alchemywebsite.com/Pretiosa_Margarita_Alchymia_Vera.pdf Pretiosa Margarita Alchymia Vera] - Venedig
* Archive :  [https://archive.org/search?query=The+New+Pearl+of+Great+Price&tab=fulltext The New Pearl of Great Price]
== Referenzen ==
<references />
== Weblinks ==
* Wiki über [https://de.wikipedia.org/wiki/Petrus_Bonus Petrus Bonus]


* [http://www.alchemywebsite.com/Pretiosa_Margarita_Alchymia_Vera.pdf Pretiosa Margarita Alchymia Vera]


== Weblinks ==
[[Kategorie:Hermetik]]
*

Aktuelle Version vom 19. Februar 2026, 10:07 Uhr

Titelblatt des Werkes

Pretiosa Margarita Oder Neu erfundene Köstliche Perle Von dem Unvergleichlichen Schatz und ... Stein der Weisen ist ein Werk von Janus Lacinius (Giano Lacinio), das 1714 in Leipzig publiziert wurde.

Ausgaben

Es gibt zu Pretiosa Margarita (oft Pretiosa Margarita Novella genannt) mehrere unterschiedliche Versionen, Ausgaben und Bearbeitungen, die hauptsächlich auf das alchemistische Werk von Petrus Bonus (Pietro Bono) zurückgehen. Es ist ein klassischer Text, der im 16. Jahrhundert durch Bearbeitungen stark verändert wurde.

  • Der Originaltext (Petrus Bonus): Das Werk wurde um 1330–1339 von Petrus Bonus aus Ferrara (Italien) verfasst. Es war ursprünglich eine Verteidigung der Alchemie als legitime Wissenschaft, die theoretische Argumente darlegte.
  • Die Lacinio-Ausgabe (1546 - Venedig): Die berühmteste und einflussreichste Version wurde von Janus Lacinius (Giano Lacinio) aus Kalabrien herausgegeben, der den Titel Pretiosa Margarita Novella prägte. Lacinius veränderte den Text jedoch: Er kürzte das Original und fügte Texte anderer Alchemisten (wie Arnaldus, Rhaymundus, Rhasi, Albertus und Michael Scotus) hinzu. Es handelt sich also um eine Anthologie, nicht nur um den Text von Bonus.
  • Die Nürnberger Ausgabe (1554): Diese Ausgabe ist laut Experten eine weitere, deutlich stärkere Kürzung (Abridgement), die wenig des eigentlichen Textes von Bonus enthält.
  • Der Text wurde später oft unter anderen Titeln veröffentlicht, etwa als Introductio in divinam chemicae artem (Basel, 1572) oder in Sammlungen wie der von Zetzner (1622).
  • Übersetzungen: Eine bekannte englische Übersetzung von 1894 ("The New Pearl of Great Price") basiert auf der stark bearbeiteten Version von Lacinio.

Die Ausgabe von Lacinio (1546) ist diejenige, die heute meistens gemeint ist, wenn von der "Pretiosa Margarita" die Rede ist, auch wenn sie vom Original abweicht. Sie enthält auch eine Zusammenfassung des Rosarium Philosophorum eines Arnoldus Villanova.

Villanova : Zusammenfassung des Rosarium Philosophorum[1]

=== Übersetzung der Zusammenfassung ===

Wir haben alles gelernt, was Bonus uns über die Grundprinzipien der Metalle und ihre Entstehung mitteilen konnte. Wir werden uns nun praktisch und theoretisch mit der Zusammensetzung unseres Steins befassen, da Theorie und Praxis einander ergänzen: Die Praxis wird durch die Theorie beeinflusst, und die Theorie wird durch die Praxis korrigiert und überprüft. Da Arnold de Villa Nova in seinem Werk „Rosenkranz“ eine praktische Abhandlung über den Stein der Weisen verfasst hat, werde ich einige seiner Ausführungen in Kapiteln nach folgendem Plan ordnen:

Kapitel 1 zeigt, dass es nur einen Stein der Weisen gibt, da sowohl die rote als auch die weiße Medizin eine einzige Essenz und eine einzige Methode besitzen. Die rote Medizin ist lediglich eine Weiterentwicklung der weißen.

Kapitel 2 zeigt, woher der Stein gewonnen wird. Beachten Sie die Antwort genau. Kapitel 3 zeigt, dass die größte Schwierigkeit unserer Arbeit in der Entdeckung der Urmaterie der Metalle liegt.

Kapitel 4 zeigt, dass unser erstes physikalisches Ziel darin bestehen muss, den Stein in sein Quecksilber, die Urmaterie aller Metalle, aufzulösen. Daher sagt der Philosoph, dass wir uns zunächst bemühen müssen, die beiden Lichter aufzulösen und zu sublimieren, denn die erste Stufe der Wirkungsweise in unserer Kunst besteht darin, sie zu Feinsilber zu reduzieren. Solange die Körper ihre körperliche Natur nicht verlieren und geistig werden, werden wir in unserem Werk keinen Fortschritt erzielen. Die Auflösung eines Körpers erfolgt durch das Wirken des Geistes und ist mit dessen Gerinnung verbunden. Dann vermischt sich der Körper mit dem Geist und der Geist mit dem Körper.

Kapitel Fünf beschreibt die vier Hauptmethoden dieses Lehramtes: Auflösung, Reinigung, Reduktion und Fixierung. Auflösen bedeutet, das Grobe fein zu machen; reinigen bedeutet, das Dunkle hell zu machen; Reduktion bedeutet, das Feuchte in das Trockene zu verwandeln; Fixierung geschieht durch Auflösung und Gerinnung des Geistes in seinen eigenen Körper oder seine feste Substanz.

Kapitel Sechs beschreibt die Auflösung des Steins und seine Beisetzung, die den ersten Schritt darstellen. Die Auflösung wird durch gereinigtes Quecksilber bewirkt. Dies geschieht, damit wir Schwefel und Quecksilber aus jener Substanz gewinnen, aus der Gold und Silber unter der Erde entstehen.

Kapitel Sieben beschreibt das zweite Verfahren: die Waschung und Reinigung der schwarzen, verdorbenen, fauligen Substanz, damit sie überaus hell, klar und makellos wird – diese Waschung erfolgt durch die Teilung des Steins in seine vier Elemente und die Reinigung jedes einzelnen Elements.

Arnold erklärt uns zutreffend, dass alle Metalle aus Quecksilber und Schwefel entstehen, die das Quecksilber durch ihre Hitze oder ihren Dampf gerinnen lassen; denn jedes trockene Element zieht sein feuchtes Element auf. Quecksilber ist im Wesentlichen eine Verbindung aus sehr feiner, weißer, schwefelhaltiger Erde und klarem Wasser, die eine einzige Substanz bilden, die auf einer ebenen Fläche keine Ruhe findet.

Es ist von homogener Natur und entweder vollständig fixiert oder verdampft vollständig im Feuer.
Durch ständige Sublimation wird es gereinigt, aufgeschlossen und eingedickt und so allmählich zu weißem und rotem Schwefel gerinnt. Dieser Prozess der ständigen Auflösung und Gerinnung vollzieht sich in der Natur in mindestens tausend Jahren; die Kunst aber vollbringt ihn durch die Vermittlung der Natur in sehr kurzer Zeit. Wenn wir also das Medikament herstellen wollen, müssen wir die Natur sowohl beschleunigen als auch nachahmen.
Quecksilber ist die Substanz und das Element aller Metalle gleichermaßen; alle werden beim Schmelzen in Quecksilber umgewandelt und verbinden sich mit ihnen; gleichzeitig ist es in manchen Metallen reiner und in anderen weniger rein, aufgrund seines korrumpierenden äußeren Schwefels. Quecksilber gerinnt jedoch durch seinen eigenen inneren, nicht brennbaren Schwefel. Der Philosoph lehrt uns, dass weißer, nicht brennbarer Schwefel Quecksilber erstarren lässt und das Beste ist, was man möglicherweise zur Umwandlung von Quecksilber in reines Silber verwenden kann. Wenn der Schwefel rein und gut ist, aber andererseits von roter Leuchtkraft, die sanfte Wärme ohne die gewaltige Verbrennung von natürlichem Schwefel enthält, ist er das Beste, was man möglicherweise zur Umwandlung von Quecksilber in Sonnenenergie verwenden kann. Das Ergebnis von reinem Quecksilber und unreinem, brennbarem Schwefel ist Kupfer. Poröses, unreines Quecksilber und unreiner Schwefel ergeben Eisen.
Zinn hat gutes, reines Quecksilber, aber sein Schwefel ist schlecht und schlecht vermischt. Blei hat grobes, schlechtes, schweres und erdiges Quecksilber und schlechten, fauligen und schwachen Schwefel. So zumindest lehrt uns Aristoteles.

Der gewöhnliche äußere Schwefel ist also die Ursache für die Unreinheiten von Metallen. Es gibt zwei Arten von Schwefel in jedem Metall außer Gold: den äußeren, brennbaren und den inneren, nicht brennbaren, der zur wesentlichen Zusammensetzung des Quecksilbers gehört. Der äußere Schwefel ist abtrennbar und wird durch Kalzinierung entfernt; der innere Schwefel ist durch Kalzinierung im Feuer nicht vom Quecksilber zu trennen. Letzterer wird vom Quecksilber behalten und kann auch nie entfernt werden, da er mit ihm homogen ist: Ersterer wird vom Quecksilber zurückgewiesen und der Einwirkung des Feuers ausgesetzt, das ihn verzehrt. Es ist die Eigenschaft dieses äußeren Schwefels, entweder im Feuer zu verbrennen oder in seiner Verbindung mit Quecksilber zu verbrennen, zu verderben und zu mindern. Es ist also Quecksilber, das die Körper vervollkommnet, und sie vor der Verbrennung bewahrt, denn je mehr Körper die Beschaffenheit von Quecksilber aufweisen, desto weniger sind sie brennbar. Und wie Quecksilber die Verbrennung verhindert, so ist es auch die Ursache der metallischen Schmelzbarkeit und durch es durchdringt die Tinktur die Metalle, da es in all seinen kleinsten Teilen den homogenen Tinktureinfluss aufnimmt.
Quecksilber haftet am leichtesten an Quecksilber, dann an Gold, dann an Silber, weil diese beiden Metalle ihm am ehesten entsprechen. Bei den anderen Metallen ist dies nicht der Fall, bis sie von ihrem korrumpierenden Schwefel gereinigt sind.

Das sind also die vollkommensten Körper, die den größten Anteil an Quecksilber enthalten, während diejenigen, die weniger enthalten, weniger vollkommen sind. Es enthält in sich seinen eigenen guten Schwefel, durch den es zu Gold und Silber gerinnt, jedoch durch unterschiedliche
Wege der Verdauung. Ist der Schwefel weiß, so zersetzt er das Quecksilber zu Silber; zeigt er hingegen einen roten Glanz und besitzt ein edles, aber nicht zerstörerisches Feuer, so lässt er das Quecksilber zu Gold gerinnt, und daraus entsteht das Goldelixier. Man beachte, dass weißer und roter Schwefel in Wirklichkeit aus demselben Metall bestehen; sie sind jedoch stärker bzw. schwächer aufgrund des unterschiedlichen Zersetzungsgrades. Daher sagt der Philosoph, dass alles Gold roten Schwefel und alles Silber weißen Schwefel enthält. Doch dieser Schwefel findet sich, wie Avicenna uns versichert, auf der Erde nur in diesen beiden Formen; daher bereiten wir diese Stoffe auf sorgfältigste Weise vor, damit wir roten Schwefel und Quecksilber aus demselben Stoff erhalten, aus dem Gold und Silber unter der Erde entstehen: denn dies sind leuchtende Stoffe, deren Strahlen andere Stoffe in reines Weiß und Rot tauchen. So wird die rote Tinktur aus Gold und die weiße Tinktur aus Silber gewonnen.

==== Kapitel I ====
Der Beweis, dass es nur einen Stein der Weisen gibt.
Arnold de Villa Nova sagt, dass es nur einen Stein der Weisen und nur ein einziges Heilmittel gibt, dem nichts Fremdes hinzugefügt und nichts entfernt wird, außer dem, was ihm fremd ist. Sein äußerer Schwefel aus gewöhnlichem Quecksilber ist ihm fremd; sein innerer Schwefel gehört zu seiner eigenen Natur, und in diese muss er durch unsere Autorität umgewandelt werden. Füge ihm daher kein Pulver, kein Wasser und keine andere fremde Substanz hinzu, da kein heterogenes Material in seine Zusammensetzung gelangen kann. Wenn ihm Fremdstoff hinzugefügt wird, wird er sofort verdorben und wird nicht zu dem, was du wünschst. Der Stein selbst muss, um in die unedlen Metalle eingehen zu können, einen Zustand großer Festigkeit und Feinheit erreichen, damit er zu einem Heilmittel für kranke Körper werden kann

==== Kapitel II ====
Woher der physische Stein gewonnen wird.
Unser physischer Stein, unsere Medizin, kann aus allen Metallen gewonnen werden; doch findet er sich in höchster Vollkommenheit in Gold und Silber. Ohne die Sonne und ihren Schatten, den Mond, können wir kein Quecksilber färben, und wer versucht, unsere Kunst in ihrer Abwesenheit zu vollbringen, ist töricht. Wer hingegen weiß, wie man Quecksilber mit Sonne und Mond färbt, besitzt unser Geheimnis, das zu rotem Schwefel werden kann, aber zunächst weißer Schwefel genannt wird. Gold ist der Vater und Silber die Mutter der Grundlage unseres Steins, denn aus diesen Metallen, angereichert mit Schwefel oder Arsen, wird unsere Medizin gewonnen. Es mag zwar möglich sein, sie aus anderen Metallen zu gewinnen, doch findet man sie näher an der Hand und leichter im Quecksilber, dem Ursprung aller Metalle. Daraus sind sie alle gemacht, und in dasselbe kehren sie alle zurück. Was jetzt unser Stein ist, ist nicht Quecksilber, sondern war einst Teil davon, und dies verleiht ihm seinen Glanz, bewahrt ihn vor der Verbrennung und ist die Ursache seiner Vollkommenheit. Arbeite mit nichts anderem als mit Merkur und der Sonne für die Sonne und mit Merkur und dem Mond für den Mond.

==== Kapitel III ====
Es ist unmöglich, den Stein allein durch die Substanz der Metalle zu vervollkommnen.
Wie Wasser nicht über den Pegel seiner Quelle steigen kann, so kann auch die wunderbare Tinktur, die alle gewöhnlichen Metalle in Gold und Silber verwandeln soll, unmöglich allein aus der Substanz der Metalle, nicht einmal aus Gold und Silber, vervollkommnet werden. Das Elixier muss weitaus reiner und feiner sein als diese. Würden Gold und Silber ihre Vollkommenheit an andere Metalle abgeben, würden sie selbst unvollkommen werden.
Die Tinktur, die allen anderen Metallen Vollkommenheit verleihen soll, muss selbst einen Überfluss an reinigender Vollkommenheit und vollendeter Exzellenz besitzen. Die meisten unserer Alchemisten begnügen sich mit der Substanz, mit der sie hätten beginnen sollen, und folglich bleibt ihr Vorhaben ergebnislos.

==== Kapitel IV ====
Vom ersten Wirken unseres Magisteriums.
Unsere erste Aufgabe muss, Arnold zufolge, darin bestehen, unseren Stein in sein Quecksilber oder seine Urmaterie aufzulösen. Arten können nur durch die Reduktion ihrer Materie auf die generische Urmaterie umgewandelt werden. Daher müssen wir unseren Stein in Quecksilber verwandeln. Durch die Projektion unserer Tinktur werden die Arten oder Eigenschaften der Arten nicht verändert, sondern nur einzelne Mengen des Metalls, die zu dieser Art gehören. Silber als metallische Art wird niemals in Gold umgewandelt, das sofort seine eigene Art besitzt, aber Individuen dieser oder einer anderen metallischen Art können sich durchaus so verändern. Euer erster Schritt muss also darin bestehen, die Auflösung von Gold und Silber in Quecksilber herbeizuführen. Daher sagen die Weisen: Solange die Körper nicht körperlos und die Geister nicht körperlich werden, wird kein Fortschritt erzielt werden. Der wahre Anfang unserer Arbeit ist also die Auflösung unseres Körpers, denn Körper werden, wenn sie sich auflösen,
ihrer Natur nach geistig und sind zugleich fester als der Geist, obwohl sie sich mit ihm auflösen. Denn die Auflösung des Körpers bedeutet die Gerinnung des Geistes und umgekehrt; jeder gibt etwas von seiner eigenen Natur auf: Sie begegnen einander auf halbem Weg und werden so zu einer untrennbaren Substanz, wie Wasser mit Wasser vermischt.

==== Kapitel V ====
Über die vollkommene Untersuchung des physischen Steins.
Es ist also klar, dass die Wirkung unseres Steins die Wirkung der Natur ist. Wie Eis Wasser ist, weil es in Wasser gelöst ist, so ist unser Stein, der in Quecksilber gelöst ist, dadurch erwiesen, dass er Quecksilber ist. Unsere Wirkung ist eine Umwandlung der Elemente, eine glückliche Verbindung des Feuchten mit dem Trockenen und des Kalten mit dem Heißen. Aber das Trockene wird nur durch eine Zwischensubstanz feucht und das Kalte nur heiß. Wenn also das Trockene in das Kalte, das Kalte in das Feuchte und das Feuchte in das Heiße und das Heiße in das Trockene umgewandelt wird, dann hat man die ganze Meisterschaft. Die vier Stufen unserer Arbeit sind also Lösung, Reinigung, Reduktion und Fixierung, deren Bedeutung bereits erläutert wurde. Lösung ist die Umwandlung des Groben in das Feine; Reinigung ist die Umwandlung des Dunklen in das Helle; Reduktion ist die Umwandlung des Feuchten in das Trockene; Fixierung ist die Umwandlung des Flüchtigen in seinen eigenen Körper. Der Stein soll daher mit bestem Quecksilber aufgelöst werden, das durch Sublimation von seiner irdischen und feuchten Beschaffenheit gereinigt und anschließend
reduziert wurde. Damit soll er zweimal zerstoßen und dann in das Balneum Mariae gegeben werden.

Wie Quecksilber gereinigt wird.
Sublimieren Sie Ihr Quecksilber ein- oder zweimal mit Vitriol und Salz, bis es sehr weiß und glänzend ist.
Wenn es flüchtig ist, tauchen Sie es in kochendes Wasser, bis es wieder zu Quecksilber wird.
Entfernen Sie das Wasser und verwenden Sie es für unsere Lehre. Zerstoßen Sie es, weichen Sie es in seinem eigenen Wasser ein und lösen Sie es im Bad der Heiligen Maria auf. Destillieren Sie es durch einen Filter. Achten Sie auf das Auftreten eines schwarzen Öls an der Oberfläche, das das wahre Zeichen dafür ist, dass die Auflösung abgeschlossen ist.
Beobachten Sie es gut, ich wiederhole, damit es nicht zu Rauch verdampft, und was Sie mit dem Weißen tun, tun Sie auch mit dem Roten.
Der Unterschied zwischen der Sonnen- und der Mondmedizin besteht darin, dass die Sonnenmedizin die Mondmedizin einschließt, die Mondmedizin aber nicht die Sonnenmedizin, wobei die Sonnenmedizin zusätzlich eine rötliche oder goldene Farbstoffsubstanz aufweist. Seien Sie geduldig und versuchen Sie nicht, die Tinktur in Eile zu gewinnen. Eile verbrennt unsere Substanz, anstatt sie reifen und verdauen zu lassen.
Bedenke, dass der Hauptfehler in dieser Kunst die Eile ist, die in der Verbrennung aller Bestandteile endet.
Zu viel Hitze am Anfang schadet der Tinktur und verzehrt die Medizin.
Zerstoßen und abkühlen lassen; mit Geduld und wiederholen Sie den Vorgang immer wieder, denn was mit Wasser eingeweicht wird, wird weicher.
Je mehr Sie die Substanz zerstoßen, desto weicher wird sie, und je weicher sie wird, desto mehr lösen sich die groben Bestandteile auf, bis die vollkommene Vereinigung von Körper und Geist eintritt.
Denn durch Zerstoßen, Weichmachen und Verdauung werden die durch die Viskosität des Wassers zusammengehaltenen Bestandteile getrennt.
Aufgelöste Körper werden auf die Natur von Geistern reduziert, und ihre Verbindung ist fortan unauflöslich, wie die von Wasser mit Wasser: Denn die Natur freut sich, wenn der Bräutigam mit der Braut vereint ist. Dinge, die sich nicht auflösen lassen, sind frei von feinen oder weichen Bestandteilen. Ich bitte euch daher, an der Auflösung des Steins zu arbeiten, die gröberen Bestandteile zu zersetzen, damit das Grobe verworfen und die Arbeit mit dem Feinen vollbracht werden kann.

==== Kapitel VI ====
Über die Beisetzung des Steins.
Sobald der Stein aufgelöst ist, soll er zur besseren Verwesung und Verdauung sowie zur Vollendung des Eheritus während der Zeit eines Monats der Weisen, d. h. dreißig Tagen, sanfter Hitze ausgesetzt werden, da die Verbrennungsgefahr durch Verwesung und Beisetzung gebannt ist. Alles soll zusammen über einem schwachen Feuer gekocht werden, bis sich die gesamte Substanz in ihre ursprüngliche Materie auflöst und wahrhaftig wie Quecksilber wird. Das Zeichen für die vollständige Auflösung ist eine Schwärze, die nach einer gewissen Zeit erscheint und die wir auch
Rabenkopf nennen. Wenn der Stein vollständig im Marienbad aufgelöst ist, soll er durch einen Filter filtriert werden.
Die Schwärze ist ein Zeichen dafür, dass der Verflüchtigungsprozess abgeschlossen ist.

Zusammenfassung des ersten Abschnitts.
Sublimieren Sie das Quecksilber und lösen Sie es auf; Dann unterziehe man die gesamte Substanz einem Sud, bis sie auf ihre ursprüngliche Natur reduziert ist, d. h. bis man Schwefel und Quecksilber aus derselben Substanz erhält, die in Bergwerken zu Gold und Silber verarbeitet wird. Und wer diese Kunstfertigkeit besitzt, hat einen unvergänglichen Schatz.

==== Kapitel VII ====
Das zweite Regime, die Reinigung.
Das zweite Regime des Steins ist seine Waschung, das heißt die Entfernung all dessen, was schwarz, verdorben und faulig ist, wodurch er strahlend, klar und rein wird.
Dies geschieht durch die Trennung der Elemente, die Destillation der Wasser und die Auflösung des Steins, denn es gibt zwei trockene oder steinige und zwei feuchte oder wässrige Elemente. Die trockenen Elemente sind Feuer und Erde, die wässrigen sind Luft und Wasser. Feuer reinigt Wasser durch Destillation, und so reinigen sich alle Elemente und werden einander angeglichen.
So ist auch unser Stein in vier Elemente geteilt, damit er besser aufgehellt und von Verunreinigungen gereinigt und anschließend fester verbunden werden kann. Doch nichts ist jemals entstanden, gewachsen oder belebt worden, außer nach Verwesung und Verdauung. Wenn keine Fäulnis stattfindet, kann es weder Schmelzen noch Lösung geben, aber wenn es keine Lösung gibt, dann wird nichts erreicht.

Teilung des Steins in vier Elemente.
Nimm den Stein in seinem verrotteten Zustand, reinige ihn durch die Reinigung der vier Elemente, durch Destillation, durch ein leichtes und gleichmäßiges Feuer. Nimm das Wasser. Verstärke dann das Feuer ein wenig, bis die gesamte Luft mit Feuer vermischt ist und das, was am Boden in verbranntem Zustand zurückbleibt, trocken ist, schwarze Erde. Das Wasser wird im Bad der Heiligen Maria gereinigt, aber Luft und Feuer werden
durch die Asche destilliert, und die gröberen Teile der Erde bleiben unten, während die feineren Teile nach oben getragen werden. Erde trocknet aus und fixiert, Wasser reinigt und klärt. Luft und Feuer färben und bewirken Fließfähigkeit; daher ist es notwendig, viel Wasser und Luft zu haben. Die Menge der Tinktur wird im Verhältnis zur Menge der Luft stehen. Strebe daher, mein Liebster, in all deinen Werken danach, Quecksilber in der Vermischung zu überwinden, damit du genügend Luft hast; Und wenn du dies aus eigener Kraft vollenden kannst, wirst du der Erforscher der
überwindlichen Kraft sein, die in der höchsten Vollkommenheit der Natur wohnt. Nach diesem Vorgang ist es dennoch notwendig, dass die Medizin über dem Feuer reift und genährt wird, wie das Kind an der Brust genährt wird.

Über die Waschung des Wassers.
Wenn ihr die Elemente des Steins getrennt habt, reinigt sie; reinigt die Luft und das Wasser durch siebenfache Destillation. Feuer und Erde hingegen müssen gut kalziniert werden. Destilliert Luft und Wasser getrennt, denn die Luft ist kostbarer als das Wasser.
Die Luft färbt die Erde und erfüllt sie mit Leben und der empfindsamen Seele. Luft und Wasser müssen vor übermäßiger Hitze geschützt werden, sonst trocknen sie aus. Dies geschieht durch Bestattung. Wenn die Reinigung abgeschlossen ist, ist die gesamte Substanz wunderbar weiß und glänzend. Der Bodensatz des destillierten Wassers muss sorgfältig entfernt und zusammen mit der bereits erwähnten Schwärze der Erde beiseitegestellt werden. Stellt auch das siebenfach destillierte Wasser beiseite, denn es ist die Medizin und das Wasser des Lebens, das den Laton wäscht. Wie ihr mit dem weißen Wasser verfahrt, so verfahrt auch mit dem roten; es gibt keinen Unterschied zwischen den beiden, außer dass das eine weiß und das andere rot färbt.

Über die Reinigung der Luft.
Trennen Sie die Luft vom Feuer durch Destillation, d. h. durch die Asche. Was destilliert wird, ist reinste Luft; was am Boden zurückbleibt, ist trockenes Feuer. Die Luft ist das Öl und die Tinktur, das Gold und die Seele der Weisen, die Salbe, durch die die gesamte Lehre vollbracht wird. Feuer und Luft müssen zusammen destilliert werden, da sie von derselben Natur sind. Vermischen Sie den Stein mit Feuer, so wird er rot und besitzt alle Eigenschaften der roten Tinktur.

Wie man aus allem Öl gewinnt.
Lege so viel gereinigtes Quecksilber auf den Körper, aus dem du Öl gewinnen willst, dass er bedeckt ist, vollständig, das heißt bis zu einer Höhe von vier Zoll, besser noch höher; dann stelle ihn über ein schwaches Feuer.
Das Öl oder die Luft wird bald durch das Quecksilber aufsteigen. Fange es vorsichtig auf, und falls nötig, das heißt, wenn das Quecksilber weniger wird, gib mehr reines und warmes Quecksilber hinzu und setze den Sud fort, bis das gesamte Öl gewonnen ist.
Dieses Öl muss dann durch Einbetten und siebenfache Destillation im Destillierkolben gereinigt werden, bis es strahlend weiß ist. Es schwimmt auf der Wasseroberfläche. Stelle es beiseite, denn es ist die Öltinktur, die Goldene Seele und die Salbe der Philosophen, die färbt, tönt, fixiert und flüssig macht. Eine dünne Metallplatte, die darin getaucht wird, verwandelt sich in Silber, wenn sie weiß ist, und in Gold, wenn sie rot ist. Vermische aber nicht das Goldöl mit dem Silberöl oder umgekehrt; denn jedes hat seinen eigenen Zweck: das eine zum Weißfärben, das andere zum Rotfärben.

Der Unterschied zwischen Wasser und Öl.
Wasser reinigt nur, Öl färbt und färbt. Taucht man einen Lappen in sauberes Wasser, wird er sauberer als zuvor; doch das Wasser verdunstet. Taucht man ihn in farbiges Öl, saugt er sich mit der Farbe des Öls voll, und diese Farbe lässt sich nur entfernen, indem man den ganzen Lappen verbrennt. Denn Öl ist dickflüssiger und intensiver und zugleich leichter als Wasser. Dennoch gewinnen wir dieses Öl mithilfe des Wassers und aus dem Wasser. Das Wasser ist der Geist, der das Öl, die Seele, bindet, so wie die Seele den Körper bindet.
Durch das Öl erfolgt unsere Gerinnung, weil es die flüchtigen Stoffe bindet. Säe die Seele in weiße, flockige Erde, denn sie wird sie binden: Denn wenn sie von der Erde zum Himmel aufgestiegen und zur Erde herabgestiegen ist, hat sie die Kraft der himmlischen und der irdischen Dinge empfangen.

Die Reinigung von Feuer und Erde.
Sammelt die unreinen Ablagerungen, die bei der Ölreinigung anfallen, und gebt sie zum Feuer, da sie Feuer sind und schwarze und rötliche Flecken aufweisen, die mit dem ersten Wasser zerstoßen und vorsichtig verbrannt werden müssen, bis sie zu einem trockenen Pulver werden, ohne die Feuchtigkeit der Luft. Ebenso muss die Wasserablagerung mit Erde vermischt und dreimal kalziniert werden, bis sie weiß und trocken ist. Kalziniert Feuer mit Feuer und Erde mit Erde, bis sie rein und frei von Schwarz sind. Was vom Feuer aufsteigt, ist das rote Öl; was von der Erde aufsteigt, ist das weiße, kostbare Öl. Führt all diese Prozesse durch und bewahrt jeden Teil sorgfältig getrennt auf.

Die Ursache der Waschung nach Platon.
Nach Platon sollte man nach besten Kräften die Trennung der Elemente bewirken: Wasser und Luft durch Destillation und Erde durch Hitze und Kalzinierung reinigen, bis nichts von der Seele im Körper verbleibt, d. h. bis nichts mehr verdampft, wenn man ihn auf eine glühende Metallplatte legt. Für diesen Vorgang benötigen wir kein anderes Wasser als unser weißes Wasser, kein anderes Öl als unser weißes oder orangefarbenes Öl, kein anderes Feuer als unser rotes Feuer und keine andere Erde als die blasse oder leicht weiße. Bereitet man die Elemente so vor, ist die Erde bereit zur Auflösung, das Wasser wirksam für die Verdauung und das Öl, in dem das Feuer ist, hervorragend zum Färben geeignet. Sollten am Ende des Prozesses nicht solche Elemente vorliegen, deutet dies auf einen Fehler hin; korrigieren Sie ihn, denn es ist einfacher, als von vorn zu beginnen. Jedes Element muss sorgfältig verschlossen werden.
In einem gut verschlossenen Glasgefäß sollte man auf jedes seinen Namen und eine Beschreibung seiner Eigenschaften schreiben, denn es wäre fatal, eines mit dem anderen zu verwechseln.

Zum dritten Verfahren, dem der Reduktion.
Das dritte Verfahren besteht darin, der trockenen Erde das feuchte Wasser zurückzugeben, damit sie ihre verlorene Feuchtigkeit wiedererlangen kann. Da Feuer und Erde beides trockene Elemente sind, müssen sie zunächst miteinander verbunden werden, bevor diese Wiederherstellung stattfinden kann. Dann sind die trockenen Elemente in der Lage, mehr Feuchtigkeit aufzunehmen als zuvor, denn die Kalzinierung zersetzt einen Körper und entleert ihn so seiner gesamten Feuchtigkeit, dass er seine wässrige Feuchtigkeit sehr gierig aufnimmt. Arnold widmet hier ein Kapitel der Albifizierung und Sublimation der Erde durch häufiges Stampfen, Aufnehmen und Verarbeiten des Quecksilbers. Wenn dieser Prozess vollständig abgeschlossen ist, das heißt, wenn er weiß wie Schnee aufsteigt, erhalten wir die gute, flockige, strahlend weiße Erde oder den weißen, unverbrennbaren Schwefel. Wenn du roten Schwefel gewinnen willst, löse diesen weißen Schwefel in rotem Wasser durch Zerstoßen, Sättigen und gutes Aufbrühen auf; lasse ihn abwechselnd zu einem Stein gerinnen und löse das Geronnene abwechselnd im roten Wasser auf. Nach dem dritten Mal sublimiere das Ganze in einem heftigen Feuer, und was aufsteigt, wird schneeweißer Schwefel sein, während das, was am Boden zurückbleibt, rot wie Scharlach ist. Daher siehst du, dass es zwar zwei verschiedene Stufen unserer Lehre gibt, aber in Wirklichkeit nur einen Stein.

Die wahre Methode, der Erde das Wasser zurückzugeben.
Gieße zunächst ein Fünfzigstel der eigenen Wassermenge auf die sorgfältig zerstoßene Erde.
Denn es ist notwendig, der Erde anfangs wenig Wasser zu geben, so wie ein Säugling anfangs wenig Nahrung benötigt.
Dies sollte immer wieder mit großer Geduld wiederholt werden, wobei jedes Mal mehr Wasser über die Erde gegossen wird, jedoch nicht mehr, als die Erde aufnehmen kann.
Nach jedem Zerstoßen und Übergießen sollte das Ganze acht Tage lang gründlich durchfeuchtet werden.
Ohne ständige, geduldige Bewässerung kann die Erde keine Frucht bringen.
Fahre mit dem Zerstoßen und Durchgießen fort, bis das gesamte Wasser aufgesogen und verdunstet ist und die Erde weiß geworden ist.
Das Wasser sollte nach jedem Durchgießen mäßig zugeführt werden; zu viel davon führt zu einem stürmischen Zustand, zu wenig verwandelt die Materie in glühende Asche.
Die angewendete Hitze sollte der von Pferdemist entsprechen. Nach dem Einweichen sollte die Erde sieben Tage lang eingegraben werden. Drei Farben kennzeichnen die drei Stadien dieses Prozesses.
Die schwarze Farbe zeigt an, dass die Substanz noch unvollkommen ist: Nach ihrem Erscheinen sollte die Hitze des Feuers leicht erhöht werden. Durch ständiges Wiederholen des Vorgangs wird die Erde bald weiß; dann sollte die orange Farbe sichtbar werden. Je klarer das Wasser, desto klarer wird die Erde; je öfter die Erde gewaschen wird, desto weißer wird sie. Dinge sublimieren entweder von selbst, wenn sie Geister sind, oder, wenn sie Körper sind, mithilfe einer geistigen Substanz. Unsere Erde sublimiert nicht in ihrem Zustand als Kalk, es sei denn, sie wird zuvor fein mit Quecksilber vermischt. Daher sollte man die Erde zerstoßen, sie mit Quecksilber sättigen und beides so lange vermischen, bis es zu einem einzigen Körper wird. Dies muss immer wieder wiederholt werden, sonst kann die Sublimation nicht stattfinden, da die Erde sich nicht richtig mit dem Quecksilber verbindet. Die Sublimation setzt die Reduktion des Körpers in eine subtile Materie und Natur voraus.
Durch diese Sublimation werden Körper von ihren gröberen Elementen befreit und auf ihre Urmaterie reduziert, die dann vollständig entwickelt werden kann. Möchte man die sublimierte Substanz zu Silber entwickeln, sollten sowohl Erde als auch Quecksilber weiß sein; möchte man sie zu Gold entwickeln, sollten beide rot sein, und das Pulver eingerieben. Wenn Quecksilber für den Mond sublimiert wird, sollte nichts anderes darf damit vermischt werden, denn die Farbe der Sonne geht nicht in den Mond über, noch die des Mondes in die Sonne. Vermischen Sie nicht, was aufsteigt, und was unten bleibt. Was unten bleibt, sollte erneut zerstoßen und gesättigt werden, bis alles sublimiert oder mit Quecksilber vermischt ist. Bei der Sublimation von Quecksilber sieht man eine strahlend weiße Erde, wie Schnee, und gleichsam ein lebloses Pulver, das an den Wänden des Glases haftet. Wiederholen Sie die Sublimation darauf, ohne dass die Rückstände unten zurückbleiben. Bald wird sich das Aufsteigende als weißes, flockiges Pulver absetzen. Dies ist die hochwertige Asche, während das, was sich unten absetzt, der üble Bodensatz ist und entfernt werden sollte. Auf diese Weise wird der weiße Schwefel oder die weiße Tinktur vollendet.

Das vierte Verfahren besteht in der Fixierung, und zu diesem Zweck benötigen wir ein bestimmtes Ferment.
Der vierte Vorgang ist die Fixierung des weißen und roten Schwefels auf einem festen Körper, d. h. Silber bzw. Gold. Ohne ein geeignetes Ferment kann der Mond nicht zur Sonne werden, sondern die Substanz, da nichts sie daran hindert, wird wieder zu Wasser. Sie muss daher mit dem Körper verbunden werden, aus dem sie ursprünglich hergestellt wurde, also dem Mond oder der Sonne. Es ist notwendig, sie mit ihrem eigenen Körper zu vereinen. Mischen Sie sie dazu mit dem Ferment (entweder weiß oder rot), das sie vollständig in ihre eigene Natur integriert. Mischen Sie nicht das Ferment des einen (weißen) Schwefels mit dem des anderen (roten) Schwefels: Das Ergebnis wäre enttäuschend. Die Gärung von Gold ist Gold, und die Gärung von Silber ist Silber, und es gibt keine anderen eigentlichen Gärungen auf der ganzen Welt, denn nichts härtet aus, was nicht selbst gehärtet ist.

Das Gewicht des Ferments muss größer oder zumindest gleich dem Gewicht seines Schwefels sein.
Die Menge an flüchtigem Schwefel in einem Ferment darf nicht größer sein als die seines Körpers.
Wenn der Körper überwiegt, so Platon, verwandelt er den flüchtigen Schwefel schnell in ein Pulver seiner eigenen Farbe, also entweder in Gold- oder Silberfarbe. Der Schwefel kann nur durch das Medium Wasser, die Zwischensubstanz zwischen Schwefel und Ferment, in die Körper gelangen. Daher zuerst die Erde, dann das Wasser und dann die Luft hinzufügen (Avicenna). Wenn du die rote Tinktur erhalten willst, füge an vierter Stelle das Feuer hinzu, da die weiße Tinktur nur drei Elemente benötigt, die rote Tinktur aber zusätzlich das Feuer.
Öffne daher und verschließe, löse und gerinnen, wasche und trockne, denn Wasser ist das Medium, das die Tinkturen aus Öl, Luft und Feuer verbindet. Nimmt man zuerst Öl und dann Erde, wird das Öl in der Erde verkümmern, denn das Wasser dringt ein. Nimmt man zuerst Wasser und dann Öl, so schwimmt das Öl auf dem Wasser. Nimmt man aber zuerst Wasser und dann Erde, so wird das Wasser schwerer sein als die Erde. Verbindet daher das Wasser mit der Erde, bis es daran haftet.
Wenn eines der vier Elemente zerstört wird, sterben alle; wenn eines mehr Seele hat als das andere, ist es wertlos. Die Gärung ist die Seele; sorgt dafür, dass ihr die Gärung so gestaltet, dass ein gebrannter, gelöster und verhärteter Staub entsteht. Wenn die Gärung nicht richtig durchgeführt wird, wird das ganze Lehramt versagen.

Die praktischen Anwendungen der Elementtrennung.
Wenn man den Stein nicht in seine vier Elemente teilt, kann die Seele nicht richtig mit dem Körper vereint werden.
Wenn man den Körper nicht mit dem vermischt, worauf man die Projektion ausüben möchte, wird der Körper den Geist nicht lieben. Wenn man das Ferment nicht mit dem Elixier kombiniert, ist der Körper, auf den die Projektion ausgeübt wird, nicht richtig gefärbt. Wenn man nicht alles, was man dem Elixier hinzufügt, sublimiert, wird es rohes Gold und Silber sein, und wenn das Ganze nicht vorbereitet ist, wird es das Feuer nicht aufrechterhalten. Schließlich wird das Gold und Silber ohne Mühen des Erweichens und Härtens nicht formbar sein. Die Erde, die dem Elixier hinzugefügt wird, muss sublimiert werden, damit das Ganze vollständig vereint werden kann. Wenn man das Elixier projizieren möchte, mache man Erde aus der Substanz, deren Körper man verändern möchte, und gebe sie dem Ferment hinzu (wie oben beschrieben), wenn es Gold ist, aus Gold und wenn es Silber ist, aus Silber. Sie müssen das Ferment mit dem Körper vermischen, auf den Sie das Elixier projizieren möchten. Der Körper und das Ferment, die im Elixier vereint werden, müssen zwei- oder dreimal sublimiert werden. Jede Sublimation verstärkt die Wirkung des Elixiers um das Hundertfache, hundertfach, tausendfach usw. bis ins Unendliche.

Wir müssen auf die richtige Menge jeder Substanz achten.
Wenn Sie unseren Stein herstellen möchten, sollten Sie wissen, wie viel Wasser, Luft, Feuer und Erde er enthält, wenn er kalziniert, aufgelöst und reduziert wird. Im ersten Fall ist er trockener, heißer, feuchter und kalter. Im zweiten Fall ist er kalter, heißer, feuchter und trockener. Im dritten Fall ist er heißer, feuchter, trockener und kalter.

Wie die Elemente verbessert und die Verschmelzung der Medizin beeinflusst wird.
Bei der Verbindung des Steins sind drei Hauptfarben zu erwarten: zuerst Schwarz, dann Weiß und schließlich Rot. Achten Sie darauf, dass die Tinktur nicht rot wird, bevor sie schwarz wird, da sie sonst durch Verbrennung verdirbt, und dass keine der Farben vor ihrer Zeit oder in der falschen Reihenfolge erscheint. Sollte Rot vor Schwarz oder Weiß erscheinen, kochen Sie die gesamte Mischung in weißem Wasser ab, bis die richtige Farbe wiederhergestellt ist. Beachten Sie außerdem, dass das Abkochen durch Einbetten den Fehler der Verbrennung vermeidet und die verlorene Feuchtigkeit wiederherstellt. Falls sich die Medizin nicht richtig verbindet, korrigieren Sie dies durch Auflösung. Die Reinigung und Auflösung erfolgen nicht durch gewöhnliches, sondern durch Quecksilberwasser.
Wir kalzinieren die Medizin, damit wir sie besser auflösen, damit sie besser gereinigt, fixiert und geschmolzen werden kann und damit die Körper einen besseren Eindruck davon erhalten und besser durchdrungen werden können. Gegen Ende der Behandlung ist es ratsam, den Körper des Ferments, ob weiß oder rot, aufzulösen, damit er sich umso leichter verbindet. Nicht alle Bestandteile werden durch die Auflösung vollständig getrennt, aber die Trennung ist ausreichend, um die Entfernung aller Verunreinigungen zu gewährleisten. Wenn das Metall, das durch die Medizin umgewandelt werden soll, nicht genügend Farbe hat, sollte mehr von der Medizin hinzugefügt werden; wenn es zu viel hat, sollte die Dosis verringert werden. Wenn die Medizin nicht ausreichend fixiert ist, besteht die Abhilfe darin, die Auflösung und Koagulation mehrmals zu wiederholen. Wenn sie zu fest ist, sollte mehr Öl, d. h. die Luft des Steins, hinzugefügt werden; und beachten Sie im Allgemeinen, dass für die Fixierung mehr von den kalten und trockenen und weniger von den heißen und feuchten Elementen benötigt werden.

Von den bei der Fixierung zu beachtenden Mengen.
Die gesamte Natur wird von Verhältnis und Proportion bestimmt; daher müssen wir bei der Fixierung unseres Steins wissen, wie viel Wasser, Luft, Erde und Feuer wir benötigen. Werden die richtigen Proportionen nicht eingehalten, ist unsere gesamte Arbeit zum Scheitern verurteilt. Sowohl zu viel als auch zu wenig Erde, Luft, Feuer und Wasser führen zu einem entsprechenden Mangel. Ich spreche hier allgemein von Elixieren, aber Feuer wird nicht als Bestandteil des weißen Elixiers verwendet. Die schweren Elemente in unserer Substanz und dem Ferment werden Erde genannt; die aufsteigenden Elemente werden als Luft und Wasser bezeichnet. Für die Fixierung in Erde sollte bei der weißen Tinktur stets mehr Erde als von den anderen Elementen vorhanden sein. Bei 1 1/2 Unzen Luft und 2 Unzen Wasser müssen 2 3/4 Unzen Erde und dreimal so viel Erdferment wie weißer Schwefel vorhanden sein. Bei 1 Unze weißem Schwefel müssen 3 Unzen Fermentationsmittel vorhanden sein. Füge 2 Unzen Wasser und 1 1/2 Unzen Luft hinzu, und das Elixier ist fertig. Für die Sonnentinktur, die heißer ist als die Mondtinktur, benötigen wir 2 Unzen Erde, 3 Unzen Wasser, ebenso viel Luft und 1 1/2 Unzen Feuer – denn wenn viel Wasser und wenig Feuer vorhanden ist, wird das Feuer erlöschen. Die schweren Elemente wie Erde und Wasser eignen sich besser zur Fixierung und Ruhe; die leichteren Elemente, nämlich Luft und Feuer, eignen sich besser zur Verschmelzung und zur Herstellung der Tinktur. Iss nicht, was du nicht trinkst, und trinke nicht, was du nicht isst, sondern iss und trinke nacheinander gemäß den Anforderungen unserer Kunst.

Über die Herstellung und Zusammensetzung des weißen Elixiers.
Kein Körper, der nicht zuvor gereinigt wurde, kann seine Seele bewahren.
Trinken soll nach dem Essen, nicht umgekehrt. Gut fixieren, gut mischen, gut färben: und ihr habt die ganze Meisterschaft. Zerstoßt drei Teile reines Silberpulver mit der doppelten Menge weißen Quecksilbers in einem Porphyrmörser, bis das Quecksilber das gesamte Silber aufgesogen hat und die Mischung die Konsistenz von Butter hat.
Reinigt sie mit Essig und Kochsalz, bis der Essig klar und rein ist; dann wäscht das Salz mit sauberem, süßem Wasser ab und trocknet sie am Feuer. Zerstoßt sie mit einem Teil weißem Schwefel, bis beides zu einem einzigen Stoff wird, gebiert einen Teil seines weißen Wassers hinzu und sublimiert nach und nach über dem Feuer, bis alles Flüchtige aufgestiegen ist.
Nehmt sie nach dem Abkühlen heraus und sammelt die Partikel, die sich an den Wänden des Gefäßes abgesetzt haben. Wiederhole dann den Vorgang des Zerkleinerns, Sättigens und Sublimierens – immer wieder.
Reduziere dabei das Aufsteigende auf das Feste unten, bis alles fest ist. Dies geschieht auf natürliche Weise durch die gerinnungsfördernde Wirkung des festen Schwefels. Kurz gesagt: Studiere die Natur und schaffe alle notwendigen äußeren Bedingungen für sie. Dann kannst du darauf vertrauen, dass sie den Rest erledigt. Wenn deine Erde erfüllt ist, kannst du eine Geburt zu einem Zeitpunkt erwarten, an dem die Natur es für richtig hält. Sobald die Geburt stattgefunden hat, nähre und stärke sie, damit sie das Feuer nährt, und du wirst in der Lage sein, Visionen zu entwickeln.

Von der Reduktion der Luft im Weißen Elixier.
Wenn das Wasser mit der Erde verbunden ist, zerstoßen Sie es, sättigen Sie es durch Besprengen mit einem Teil seiner Luft, sublimieren Sie es bei allmählich ansteigender Hitze, bis durch ständige Sublimation das Ganze fixiert ist. Dann setzen Sie es 24 Stunden lang einem starken Feuer aus, einen weiteren Tag und eine weitere Nacht einem noch stärkeren Feuer und am dritten Tag und in der dritten Nacht einem sehr starken, zum Schmelzen geeigneten Feuer. Die Luft wird dann mit Erde und Wasser verbunden sein.

Einäscherung des Weißen Elixiers.
Nimm eine Drachme der Kristallplatte, die du am Boden des Gefäßes findest; zerstoße sie, und träufle langsam etwas von ihrer weißen Luft in einem dünnen Tiegel über schwachem Feuer darauf, bis sie, wie Wachs, rauchfrei flüssig wird. Teste sie auf einer heißen Platte. Wenn sie schnell schmilzt, wie Wachs, ist die Einäscherung abgeschlossen. Wenn nicht, vollende den Vorgang, indem du ihr weißes Öl nach und nach darauf träufelst, bis es wie rauchloses, geschmolzenes Wachs wird. Fahre mit der Sublimation fort, bis die gesamte Substanz fixiert ist. Das heißt, wenn du durch Sublimation den reinsten Teil der Erde fixiert hast, wiederhole die Sublimation des nicht fixierten Teils über dem fixierten Teil, bis alles fixiert ist. Teste die Schmelzbarkeit über einem starken Feuer; wenn das Ergebnis zufriedenstellend ist, muss die Sublimation nicht fortgesetzt werden. Wenn nicht, setze die Sublimation des nicht fixierten Teils fort. Dann lässt man es abkühlen, und man erhält eine unschätzbare Tinktur, von der ein Teil – mit in Essig gelöstem Salz – 1000 Teile Quecksilber oder gewöhnliches Metall in reinstes Silber verwandelt, besser als das aus der Mine.

Die Zusammensetzung des Roten Elixiers.
Das Rote Elixier – zur Umwandlung von Metallen in Gold – wird auf die gleiche Weise wie das Weiße Elixier hergestellt.
In diesem Fall wird Gold anstelle von Silber verwendet. Ersetzen Sie jede weiße Substanz durch eine rote Substanz derselben Art.
Anstelle von Silberpulver wird Goldpulver verwendet, und das Quecksilberwasser wird durch das Feuer des Steins rot gefärbt.
Sublimieren Sie die Substanz wiederholt, bis das gesamte Quecksilber fixiert ist.
Wenn drei Viertel des roten Wassers fixiert sind, stellen Sie das Ganze für 24 Stunden über ein sehr schwaches Feuer, damit es besser gereinigt und fixiert wird. Nehmen Sie es anschließend heraus und erhitzen Sie es in einem Tiegel, ebenfalls über einem sehr schwachen Feuer.
Träufeln Sie rotes Öl darauf, bis es flüssig wie Wachs und rauchfrei wird.
Ein Teil dieser Roten Tinktur, auf Silber oder gereinigtes Quecksilber – mit Salz und Essig – geträufelt, verwandelt 1000 Teile davon in reinstes Gold, besser als das aus der Mine und beständig gegen alle Prüfungen.
Daher sagen die Weisen, dass ihr Gold und Silber nicht mit dem Gold und Silber der Menge vergleichbar sei, da es sich durch unendlich größere Reinheit auszeichne.

Über die Vermehrung der Arzneien.
Löst man diese Arzneien nach ihrer Fixierung und Sättigung mit ihren weißen oder roten Ölen auf, bis sie wie Wachs fließen, und dann in ihrem weißen oder roten Quecksilber, bis sie wie klares Wasser aussehen, und lässt sie anschließend durch sanftes Digestieren gerinnen und verflüssigt sie erneut mit ihren Ölen über dem Feuer, bis sie sehr schnell fließen, so wird ihre Wirkung verdoppelt. Destilliert man sie nach dem Auflösen einmal, so wird ihre Kraft hundertfach vervielfacht. Um die Arzneien zu vervielfachen, löst man den Geist jeder Arznei jeweils in ihrem Wasser durch Einbettung. Trennt man von jeder Arznei das Öl durch Destillation, dann das Wasser, dann das Feuer, und die Erde bleibt unten. Reduziert man das Wasser durch Sublimation über der Erde, bis es mit der Erde verbunden ist, so sättigt man es dann mit dem Öl oder der Luft und der Tinktur, bis es fixiert und flüssig wie Wachs ist; so wird seine Wirkung verzehnfacht. Wiederholt man den Vorgang, so wird seine Wirkung jedes Mal um das 100-, 1000-, 10.000-fache usw. verstärkt. Je öfter das Arzneimittel aufgelöst, sublimiert und gerinnt, desto wirksamer wird es; bei jeder Sublimation verzehnfacht sich seine Wirkung.

Was verstehen wir unter Auflösung und Sublimation?
Wenn ich von Auflösung spreche, dürfen Sie nicht meinen, dass das Elixier vollständig in Wasser aufgelöst werden soll, sondern nur so weit wie möglich subtilisiert werden soll, um seine Bestandteile zu trennen, das Trockene darin zu befeuchten und das Grobe zu verfeinern. Denn die Auflösung dient ausschließlich der Sublimierung, nicht der Verfeinerung, und dem Zweck, Körper und Geist zu vereinen. Die Sublimierung der Körper ist die Auflösung in Wasser, denn Destillation oder Auflösung überführt den Stein von der Möglichkeit zur Wirkung, in der sich Körper und Geist begegnen und so untrennbar miteinander verbunden werden. Die Bestätigung der Geister durch die Körper erfolgt bei der Sublimierung der Körper, denn nur so können diese die Geister aufnehmen. Ich habe nicht zu viel gesagt; aber falls Sie etwas in meinen Ausführungen nicht verstehen, lesen Sie sie immer wieder, bis Sie meine Bedeutung vollständig erfasst haben. Was wir gesagt haben, ist die unumstößliche Wahrheit, und ihr dürft weder nach rechts noch nach links davon abweichen, sonst irrt ihr.
Wenn ihr meine falsche Bedeutung nicht versteht, gebt nicht mir die Schuld, sondern eurer eigenen Unwissenheit.

Wie man die Projektion herstellt.
Da es schwierig ist, eine Million Teile zu verschmelzen, gehe bei der Projektion wie folgt vor: Nimm hundert Teile Quecksilber, gereinigt mit Essig und Salz; gib es in einen Tiegel über das Feuer; sobald es zu sprudeln beginnt, füge einen Teil deines Elixiers hinzu und projiziere die gesamte Mischung auf hundert weitere Teile siedendes, gereinigtes Quecksilber. Projiziere dann einen Teil dieser Mischung auf hundert Teile gereinigtes Quecksilber, und alles wird zu unserem Elixier. Projiziere anschließend einen Teil davon, geronnen, auf hundert Teile gereinigtes Quecksilber, und es wird zu reinstem Gold oder Silber, je nachdem, ob die Tinktur rot oder weiß ist. Und dies ist der Rosenkranz der Philosophen, geschmückt mit duftenden Rosen, weißen und roten, der essentielle Auszug vieler Bücher, nichts Überflüssiges enthaltend, nichts Notwendiges auslassend, für die unendliche Erschaffung von wahrer Sonne und wahrem Mond. Unsere Medizin besitzt die Kraft, alle Gebrechen und Krankheiten, sowohl Entzündungen als auch Schwäche, zu heilen: Sie verwandelt einen alten Mann in einen Jüngling. Besteht die Krankheit seit einem Monat, kann sie an einem Tag geheilt werden; besteht sie seit einem Jahr, kann sie in zwölf Tagen geheilt werden; besteht sie seit vielen Jahren, kann sie in einem Monat geheilt werden. Daher wird diese Medizin nicht ohne Grund höher geschätzt als alle anderen Schätze dieser Welt.

Zusammenfassung des gesamten Werkes.
Zuerst sublimieren Sie die Substanz und reinigen sie von allen Verunreinigungen; lösen Sie dabei auch ihren weißen oder roten Zusatz auf,
bis das Ganze so fein und flüchtig ist, wie es nur sein kann.
Dann fixieren Sie es mit allen Mitteln, bis es der Feuerprobe standhält. Danach sublimieren Sie den fixierten Teil des Steins zusammen mit seinem flüchtigen Teil; machen Sie den fixierten Teil flüchtig und den flüchtigen Teil fixiert, durch abwechselndes Lösen und Sublimieren; fahren Sie so fort und fixieren Sie dann beides zusammen, bis eine weiße oder rote flüssige Tinktur entsteht. Auf diese Weise erhalten Sie das unschätzbare Geheimnis, das alle Schätze der Welt übertrifft. Widmen Sie sich ganz diesem Studium; meditieren Sie Tag und Nacht darüber; und überprüfen Sie vor allem die Wahrheit Ihrer theoretischen Vorstellungen durch ständige Anwendung in der Praxis. Sie werden in allen Büchern der Weisen nichts Klareres und Deutlicheres finden als das, was ich Ihnen gesagt habe. Lob sei der Dreifaltigkeit und Ehre sei der seligen Jungfrau Maria.

Ende der Zusammenfassung Arnolds.

Inhalt

Die "neue kostbare Perle" ist eine Apologie (Verteidigungsschrift) der Alchemie, die deren theoretisches Fundament auf theologischem und aristotelischem Fundament festigt.

Pretiosa Margarita ist eines der ersten Werke, das die Alchemie nicht als bloße Rezeptsammlung, sondern als tiefgründige, philosophische Wissenschaft ("göttliche Kunst") darstellt, die nur durch göttliche Gnade und wahre Einsicht erlangt werden kann.

Das Werk enthält eine theoretische Zusammenstellung der wichtigsten alchemistischen Lehren des Mittelalters, basierend auf Autoritäten wie Arnaldus, Rhaymundus und Rhazes. Es verteidigt die Alchemie als eine legitime, teils natürliche, teils göttliche Wissenschaft.

Petrus Bonus verbindet die Alchemie (Herstellung des Steins der Weisen) eng mit christlicher Theologie und Philosophie. Er vergleicht den Prozess der Metalltransmutation (von unedlen zu edlen Metallen) mit der unbefleckten Empfängnis und der Auferstehung.

Literatur

Referenzen

  1. * Summary of the Rosary of Arnold de Villa Nova

Weblinks