Aurobindo

Aus Spiritwiki

Version vom 1. Juni 2024, 14:45 Uhr von Adm1 (Diskussion | Beiträge) (→‎Literatur)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Aurobindo Ghose (* 15. August 1872 in Kolkata; † 5. Dezember 1950 in Puducherry in Südindien) war ein indischer Politiker, Philosoph, Hindu-Mystiker und Yogameister des Integralen Yoga.

Sri Aurobindo mit Familie

Lebensgeschichte

Aurobindo Ghose wurde am 15. August 1872 in Kolkata geboren. Er verlebte seine frühe Kindheit in Khulna in Bengalen. Sri Aurobindo hatte vier Geschwister, d.h. zwei ältere Brüder, Benoy Bhushan und Mono Mohan, und eine jüngere Schwester namens Sarojini: Sein dritter Bruder Barindra wurde 1879 in Croydon in England geboren.

Sein Vater Dr. Krishna Dhan Ghose war 1864 mit neunzehn Jahren mit der damals zwölfjährigen Swarnalata Bose verheiratet worden. Nach Aussage von Aurobindo war sein Vater aber Atheist, und er war durch einem zweijährigen Aufenthalt in England (1869–1871) zur Weiterbildung in Medizin der indischen Kultur entfremdet.
Er versuchte, seinen Kindern eine ausschließlich europäische Ausbildung zu geben, und Aurobindo und seine Geschwister besuchten in den Jahren 1877–1879 zuerst die Loreto-Klosterschule in Darjiling.

Im Alter von sieben Jahren wurde Aurobindo 1879 mit seinen Brüdern nach England nach Manchester in das Haus des Geistlichen William H. Drewett geschickt. Während seine Brüder den Schulunterricht besuchten, wurde Aurobindo von Reverend Drewett in Englisch, Latein und Griechisch und von dessen Mutter in Geschichte, Geographie, Arithmetik und Französisch unterrichtet.
1884 siedelten die Brüder unter der Obhut von Frau Drewett nach London um. Aurobindo besuchte dort fünf Jahre lang die St. Paul’s School in West Kensington. Die alte Frau Drewett war eine glühende Missionarin und versuchte die drei Jungen zum christlichen Glauben zu bekehren. Als dies nicht gelang, mussten sie ihr Haus verlassen. Es folgte nun eine Zeit bitterer Armut
1890–1892 studierte Aurobindo auf der Basis eines spärlichen Stipendiums der St. Paul’s School von 80 Pfund jährlich in Cambridge. Dennoch betrieb er seine akademischen Studien mit regem Interesse und großen Erfolgen.

Indien

1893 kehrte Aurobindo von den Engländern wenig angetan nach Indien zurück. Sein Vater verstarb kurz vor der Ankunft des Schiffes an Herzversagen.

Dort vermittelte ihm ein Verwandter des Gouverneurs von Bengalen eine Stelle in der Verwaltung des Fürstenstaats Baroda, wo er zuerst in der Abteilung für Briefmarken, Steuern und Post arbeitete.
Auf seinen Wunsch hin wurde er 1900 zum Professor für Englisch und Englische Literatur am Baroda College ernannt.
1906 begann er mit der Herausgabe des Journals Bande Mataram, das sich zum Sprachrohr der Nationalist Party entwickelte. Er war der prominenteste Führer dieser Partei und propagierte die vollständige Unabhängigkeit Indiens, wofür er ab 1908 einen Gefängnisaufenthalt hatte, bis er 1909 als einziger Angeklagter freigesprochen wurde.

Inzwischen hatte Aurobindo sich dem Studium der indischen Yogalehren gewidmet. 1907 traf er den Guru Vishnu Bhaskar Lele aus Maharashtra, der im Pranayamaübungen lehrte und seine Kenntnisse und Erfahrungen des Yoga stark verbesserte.
1908 hatte Aurobindo einen Mahratta Yogi getroffen und die Grundlagen seiner eigenen Sadhana entwickelt. Er führte die Bhagavad Gita und einige Upanischaden mit sich und praktizierte im Gefängnis heimlich den Yoga der Gita und meditierte nach den Upanishaden.
Nach seiner Freisprechung gab er zum Unwillen der Behörden die Zeitschrift Karmayogin heraus und verlegte daher 1910 seinen Wohnsitz nach Pondicherry in denvon den toleranteren Franzosen regierten Teil Südindiens.

Zur Zeit des 2. Weltkriegs engagierte Sri Aurobindo sich offen und auch finanziell und spirituell gegen Hitler. Nach der Unabhängigkeit indiens äusserte er, sein anderer Traum gelte dem Wiederaufstieg und der Befreiung der Völker Asiens und später einer Welt-Vereinigung, die die äußere Grundlage für ein gerechteres, glücklicheres und edleres Leben für die gesamte Menschheit lege. Seine letzte Vision beinhalte eine Stufe, die den Menschen zu einem höheren und umfassenderen Bewusstsein erhebt und so die Lösung der Probleme einleitet, welche den Menschen bedrängen und gequält haben.

Mira Alfassa

Sri Aurobindo und die Mutter

1914 lernte Sri Aurobindo Mira Alfassa und ihren Ehemann Paul Richard kennen, der ihn zur Herausgabe der philosophischen Zeitschrift Arya bewegte, in der er bis 1920 die meisten seiner Hauptwerke zum erstmalig veröffentlichte wie The Life Divine (Das Göttliche Leben), The Synthesis of Yoga (Synthese des Yoga), Essays on the Gita (Essays über die Gita), The Secret of The Veda (Das Geheimnis des Veda), Hymns to the Mystic Fire, The Upanishads, The Foundations of Indian Culture (Die Grundlagen der Indischen Kultur), War and Self-determination (Heraklit; Krieg und Selbstbestimmung), The Human Cycle (Zyklus der menschlichen Entwicklung), The Ideal of Human Unity (Das Ideal einer geeinten Menschheit) und The Future Poetry (Die Dichtung der Zukunft).

1920 kam Mira Alfassa (* 21. Februar 1878 in Paris; † 17. November 1973 in Puducherry) nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Japan zu Aurobindo nach Puducherry zurück. Sie blieb für den Rest ihres Lebens dort und leitete den Haushalt, der sich um Sri Aurobindo gebildet hatte. Sie ist als "Die Mutter" bekannt. Sie gab schließlich das Om Namo Bhagavate als ihr Mantra heraus.

Sri Aurobindo Ashram

Mira Alafassa und Sri Aurobindo

1926 gründete Sri Aurobindo den Sri Aurobindo Ashram. Am 24. November 1926 hatte er nach eigener Aussage die Bewusstseinsebene des Overmind erlangt, seine spätere Verwirklung war aber das Supramentale.

Aurobindo vereinigt in seiner Person die humanistische Bildung und das Wissen des Westens mit den Weisheitslehren und spirituellen Traditionen Indiens und ist wohl als der größte moderne spirituelle Philosoph zu bezeichnen.
Sri Aurobindo ist allerdings nicht nur als Meister vielfach verkannt worden. Sein Supramentales entspricht den Trimurti plus dem Parabrahman. Er war einer der Verfechter der geheimen doppelten Bedeutung der vedischen Schriften und legte diese Bedeutung in seinem umfangreichen Buch "The secret of the veda" offen.
Sein Integraler Yoga oder Purna(Ganzheit,Urgrund) - Yoga vereint philosophisch die tantrischen Strömungen und weitere Ansätze wie Hatha und Raja-Yoga. Es hat einen betont spirituellen Ansatz und entwickelt das spirituelle Herz und das oberste Chakra. Es ist also nicht neu, selbst wenn höhere Ansätze wenig bekannt sind. Bezüglich der wenigen Mantras fügte die Mutter ihr Mantra Om Namo Bhagavate hinzu.

Zitate

Auf Anregung von Paul Richard begann Sri Aurobindo ab 1914 die Zeitschrift Arya herauszugeben. In dieser 64 Seiten starken Monatszeitschrift veröffentlichte er die sechs Jahre lang die meisten seiner bedeutenden Werke. Bevor sie in Buchform erschienen, wurden die Titel allerdings von Sri Aurobindo überarbeitet. Nach dieser Phase gab es außer einigen Gedichten und Aufsätzen nur noch sein rund 24.000 Verse umfassendes literarisches Werk Savitri, an dem er bis zu seinem Lebensende arbeitete.

"Die Menschheit ist eine mentale Existenz in einem lebenden Körper; ihre Basis ist Materie, ihr Mittelpunkt und Instrument der Geist, und ihre Mitte ist das Leben. Dies ist der Zustand der durchschnittlichen oder natürlichen Menschlichkeit. (Sri Aurobindo-Essays Divine and Human-1910 – 1950-Purna Yoga - I. The Entire Purpose of Yoga ,98)

"...Die ganzen Schwierigkeiten dieser Ungewißheit resultieren aus der Tatsache, daß wir nicht fähig sind, der ganzen Wirklichkeit der Welt wie sie ist ins Auge zu sehen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, was diese Welt eigentlich ist und was sie notwendigerweise sein wird. Diese Welt ist zweifellos scheinbar auf Materie aufgebaut. Ihr höchster Ursprung aber ist Geist, und der Aufstieg zum Geistigen muß deshalb das Ziel und die Rechtfertigung ihres Daseins sein und gleichzeitig der Wegweiser zu ihrem Sinn und Zweck.
Die natürliche Schlußfolgerung aber, die aus der Tatsache der Überlegenheit und der Seinshöhe des Geistes gezogen werden kann, ist getrübt durch die falsche oder unvollkommene Vorstellung vom Geistigen, wie sie vom Intellekt in seiner Unwissenheit und seinem allzu hastigen und einseitigen Streben nach Erkenntnis gebildet worden ist. Man hat sich Geist nicht als etwas Alldurchdringendes und als das geheime Wesen unseres Seins vorgestellt sondern als etwas, das von den Höhen zu uns herunterblickt und das uns nur zu diesen Höhen hinaufzieht und vom Rest des Daseins ablenkt. So kommen wir zu der Vorstellung, daß unser kosmisches und unser individuelles Dasein eine große Illusion sei und daß sowohl eine Trennung von diesem Dasein als auch eine Auslöschung sowohl des Individuellen als auch des kosmischen in unserem Bewußtsein unsere einzige Hoffnung und einzige Befreiung sei.
Oder wir bilden uns die Vorstellung, die Erde sei nichts als eine Welt des Leidens und der Versuchung und unsere einzige Hoffnung bestehe in der Flucht in einen Himmel bzw. in ein Jenseits. Hier auf Erden sei keine Aussicht auf das Göttliche für uns. Selbst in einer äußersten Entwicklung auf Erden könne es für den Körper keine Erfüllung geben bzw. keine siegreiche Verklärung und keinen höchsten Zweck, der in diesdem irdischen Dasein erfüllt werden könnte.
Wenn aber das (göttliche) Supramentale existiert und es herabkommt, wenn es zum herrschenden Prinzip wird, so wird alles was dem Denkwesen jetzt unmöglich erscheint nicht nur möglich sondern unvermeidlich.
(Sri Aurobindo, Die Offenbarung des Supramentalen - S. 122)
In seinem Human Cycle stellt er allerdings noch weitergehend fest, daß das Schicksal der Welt in den Händen der Götter liege.....
Gemäß Sri Aurobindo ist der Kosmos aus dem Einen entstanden und wird in allumfassender und durchdringender Weise von ihm regiert.... Gegen sie kann kein anderer Wille, keine andere Kraft und kein anderes Bewusstsein von außen oder innen her Widerspruch erheben, denn es gibt kein Bewusstsein und keine Kraft, die außerhalb von dem Einen wäre, und alle Energien und Gestaltungen von Wissen in ihm sind nichts anderes als das Eine.(Sri Aurobindo: Das Göttliche Leben. Bd. 1, S. 170)

Literatur

Weblinks