Samothrakische Mysterien: Unterschied zwischen den Versionen
Adm1 (Diskussion | Beiträge) |
Adm1 (Diskussion | Beiträge) |
||
| (2 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 26: | Zeile 26: | ||
<br> | <br> | ||
Der unerwähnte Mentalkörper(Suksma sarira) beinhaltet dieses Ich. Das Ich, mit dem der Pfad beginnt, ist schon das 'Ich bin' - Ich. Darüber sind noch der Kausalkörper(Karana sarira) und die zu entwickelnden spirituellen Körper. | Der unerwähnte Mentalkörper(Suksma sarira) beinhaltet dieses Ich. Das Ich, mit dem der Pfad beginnt, ist schon das 'Ich bin' - Ich. Darüber sind noch der Kausalkörper(Karana sarira) und die zu entwickelnden spirituellen Körper. | ||
* Bei Friedrich Schellings, der sich intensiv mit den Gottheiten von Samothrake beschäftigte, werden die Kabiren als Repräsentanten des "unauflöslichen Lebens" selbst betrachtet. | * Bei Friedrich Schellings, der sich intensiv mit den Gottheiten von Samothrake beschäftigte, werden die Kabiren als Repräsentanten des "unauflöslichen Lebens" selbst betrachtet. | ||
* Johann Wolfgang von Goethe, der stark von hermetischen und esoterischen Ideen beeinflusst war, lässt die Kabiren im zweiten Teil von Faust (Klassische Walpurgisnacht) auftreten. In dieser Deutung stehen sie für | * Johann Wolfgang von Goethe, der stark von hermetischen und esoterischen Ideen beeinflusst war, lässt die Kabiren im zweiten Teil von Faust (Klassische Walpurgisnacht) auftreten. In dieser Deutung stehen sie für werdende Gottheiten: Sie werden als unfertige, sich ständig weiterentwickelnde Wesen beschrieben, die „immer Hunger nach dem Unerreichbaren“ haben. Die symbolisieren bei ihm die Etappen des menschlichen Aufstiegs vom rein Physischen zum Geistigen. | ||
== Referenzen == | == Referenzen == | ||
| Zeile 45: | Zeile 44: | ||
* R. Steiner : [http://www.anthrolexus.de/Topos/10512.html GA 205]: Menschenwerden, Weltenseele und Weltengeist – Erster Teil:. Der Mensch als leiblich-seelische Wesenheit in seinem Verhältnis zur Welt (1921) | * R. Steiner : [http://www.anthrolexus.de/Topos/10512.html GA 205]: Menschenwerden, Weltenseele und Weltengeist – Erster Teil:. Der Mensch als leiblich-seelische Wesenheit in seinem Verhältnis zur Welt (1921) | ||
* R. Steiner : [//ia600301.us.archive.org/5/items/rudolf-steiner-ga-232/ Ga 232], S.180__183 | * R. Steiner : [//ia600301.us.archive.org/5/items/rudolf-steiner-ga-232/ Ga 232], S.180__183 | ||
* Robert S. P. Beekes: The Origin of the Kabeiroi. In: Mnemosyne. Band 57, 2004, S. 465–477. | * Robert S. P. Beekes: The Origin of the Kabeiroi. In: [https://brill.com/view/journals/mnem/57/4/mnem.57.issue-4.xml?language=de&srsltid=AfmBOoqqHpA3zwtIaKtYNCqfyTdM3TQZFBiHv9XoGpK7C5xF9sNN2dLE Mnemosyne. Band 57], 2004, S. 465–477. | ||
== Weblinks == | == Weblinks == | ||
Aktuelle Version vom 19. März 2026, 14:59 Uhr


In den samokratischen Mysterien der griechischen Insel Samothraki widmete sich das Heiligtum der Großen Götter(theoi megaloi) dem Kabiren-Kult, der den Dionysien ähnelte. Nach Varro habe Dardanos, ein Sohn von Zeus und Elektra, die Stadt Samothrake gegründet und dort den Kult der Kabiren eingeführt. Schicksalsbedingt nach Troja gezogen gab er sie Aeneas weiter, der sie später nach Rom gebrachte.
Die großen chthonischen Kabiren (griech. Κάβειροι, die Großen, lat. Cabiri) standen im Vordergrund dieser Mysterien, deren Zahl und Herleitung in den Überlieferungen variiert[1]. Von Mnaseas überliefert sind die Namen Axieros, Axiokersa, Axiokersos und Kadmilos. Die vier überlieferten Namen standen auch für Persephone, Demeter, Hades und Hermes.
Die Kabiren wurden anderweitig mit den Korybanten, der Priester- und Dienerschaar der Göttin Cybele, gleichgestellt. Diese besonders auf den nordägäischen Inseln Samothraki, Imbros und Lemnos verehrten Götter galten als Diener der Großen Mutter, der Kabeiro, die als Variante der griechischen Rhea angesehen wurde und auch mit Demeter, Hekate Chthonia und Aphrodite indentifiziert wurde.
Nach einer Version wurden Genitalien des vernichteten Zagreus von den Kabeiroi (Cabeiri : 'Kabiren') wiederhergestellt, zwei Halbgöttern der Insel Samothrake. Sie legten diese in einer heiligen Höhle der Insel ab und begründeten so die Samothrakischen Mysterien.
Esoterische Sichtweisen

In der Esoterik werden die Kabiren (oft auch Cabiren) als eine Gruppe von Wesenheiten betrachtet, die den Übergang von der materiellen zur geistigen Welt symbolisieren. Verschiedene esoterische Strömungen interpretieren sie als personifizierte Evolutionsstufen oder Bewusstseinskräfte.
- Nach Rudolf Steiner wurde in den samothrakischen Mysterien gelehrt, es gebe 4 Kabiren. Drei von diesen töten immer den vierten. Aber eigentlich sei damit gemeint, der Mensch habe physischen Leib, Ätherleib, Astralleib und Ich. Der physische Leib sei zunächst als physischer Leichnam dem Tode verfallen. Der Ätherleib zerstiebt im Kosmischen, der astralische Leib geht auch in einer gewissen Weise auf.
Wenn das Ich sein Selbstbewußtsein nicht rettet durch Teilnahme an dem Geistigen, dann töten die drei auch das Ich und ziehen es hinunter in die Sterblichkeit. Man stellte sich nicht vor, daß man sich die Unsterblichkeit durch Gebete erwerben könnte, sondern daß diejenigen, die initiiert wurden, durch die besondere Umwandlung ihres Seelenwesens, durch ihre Auferweckung, durch das Aufwachen ihres Ich über die Gefahr hinwegkamen, sich nicht im Geiste zu erfassen und dadurch den Weg ihres sterblichen Leibes gehen zu müssen.
Der erste Kabir wurde mit dem schöpferischen Wort und Mantra verbunden und mit dem Merkur. Der zweite Kabir wurde mit dem Mars verbunden. Wie der dritte Kabir so war in Wirklichkeit Apollon, die Sonne.[Ga 232]
P.S. Die drei Körper und das Ich sind eigentlich Eigenschaften der kleinen Götter, die mit der Magie der Hekate verbunden werden. (Allerdings sagte Herr Steiner an anderer Stelle, daß der Körper ein Atman werden müsse).
Der unerwähnte Mentalkörper(Suksma sarira) beinhaltet dieses Ich. Das Ich, mit dem der Pfad beginnt, ist schon das 'Ich bin' - Ich. Darüber sind noch der Kausalkörper(Karana sarira) und die zu entwickelnden spirituellen Körper.
- Bei Friedrich Schellings, der sich intensiv mit den Gottheiten von Samothrake beschäftigte, werden die Kabiren als Repräsentanten des "unauflöslichen Lebens" selbst betrachtet.
- Johann Wolfgang von Goethe, der stark von hermetischen und esoterischen Ideen beeinflusst war, lässt die Kabiren im zweiten Teil von Faust (Klassische Walpurgisnacht) auftreten. In dieser Deutung stehen sie für werdende Gottheiten: Sie werden als unfertige, sich ständig weiterentwickelnde Wesen beschrieben, die „immer Hunger nach dem Unerreichbaren“ haben. Die symbolisieren bei ihm die Etappen des menschlichen Aufstiegs vom rein Physischen zum Geistigen.
Referenzen
Literatur
- Über die Metallspiegel der Etrusker, Eduard Gerhard (auch PDF links oben)
- Kleine Schriften, Band 4, Hermann Usener
- Karl Kerényi: Die Mythologie der Griechen, Band I, Deutscher Taschenbuch Verlag, München (1966)
- Friedrich W. J. Schelling, Ueber die Götter von Samothrake, Stuttgard, 1815 (Akademievortrag)
- Karin Braun-Thea Elisabeth Haevernick-Paul Wolters, Das Kabirenheiligtum bei Theben. Berlin 1981.
- Christian Karl Barth : Die Kabiren in Teutschland
- Dardanos : Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie, Roscher, Wilhelm Heinrich, 1845-1923
- Thomas Friedrich : Kabiren und Keilinschriften, 1894 (r. o. PDF)
- R. Steiner : GA 205: Menschenwerden, Weltenseele und Weltengeist – Erster Teil:. Der Mensch als leiblich-seelische Wesenheit in seinem Verhältnis zur Welt (1921)
- R. Steiner : Ga 232, S.180__183
- Robert S. P. Beekes: The Origin of the Kabeiroi. In: Mnemosyne. Band 57, 2004, S. 465–477.
Weblinks
- Anthrolexus über die 4 Kabiren
- Anthrowiki über die samothrakischen Mysterien
- Anthrowiki über die Kabiren
- Wiki über die Insel Samothraki
- Iasos
- Theoi about the Kabeiroi