Mahavastu II - Gotamas Jugend
Das Mahavastu II - Gotamas Jugend (Nichtkommerzielle Übersetzung der Jones-Ausgabe mit freundlicher Zustimmung der Pali Text Society)

Gotamas Judend
König Suddhodana, seine Frauen und ein Junge spazierten auf dem Lustgarten. Als der Bodhisattva dort entlangging, kam er zu bestellten Feldern, wo er Pflüge bei der Arbeit sah. Diese Pflüge warfen eine Schlange und einen Frosch aus. Der Junge nahm den Frosch, um ihn zu essen, warf aber die Schlange weg. Der Bodhisattva sah dies und war tief bewegt.
„Lust, Körper und Leben selbst sind gemeinsam verglüht. Nun werde ich unsterbliche Erlösung vom Dasein erlangen. Denn ich kann meine Anstrengung nicht zügeln, die dem Strom des Meereswassers am Strand gleicht.“
Der Bodhisattva saß am Vormittag im Schatten eines Rosenapfelbaums, und der Schatten wich nicht von ihm, während die Sonnenstrahlen wanderten. Er verweilte dort versunken in der ersten Meditation, die von konzentriertem und anhaltendem Denken begleitet wird.
(43)Von den Hängen des Himalayas kamen fünf Seher, die auf ihrem Weg zum Vindhyagebirge durch die Lüfte reisten. Doch sie konnten den Bodhisattva nicht passieren.
Wir haben den hohen und breiten Gipfel des Meru mit seinen Edelsteinen und Diamanten (46) so leicht überquert, wie ein Elefant sich seinen Weg durch die dichten Wälder von Vrinda bahnt – mit ihren verschlungenen Ästen.
Wir können die unsterblichen Festungen, die Wohnstätten der Devas und Gandharvas, sicher überfliegen, indem wir uns hoch in die Lüfte erheben. Doch nahe diesem Wald müssen wir zur Erde zurückkehren. Wessen Gegenwart kündigt dieses Wunder an?
Die Devas rezitierten Verse als Antwort:
Es ist der Sohn des Sakya-Königs, der Spross eines königlichen Geschlechts. Geschmückt mit seinen vielen strahlend schönen und hervorragenden Zeichen, erstrahlt er wie die aufgehende Sonne.
Hier allein im Wald, in Meditation versunken, ist der Prinz. Diese magische Kraft ist das Zeichen dessen, der mit Hunderten, ja, Kotis guter Eigenschaften gesegnet ist.
Denn er ist das wahre Licht, das in der blendenden Dunkelheit erschienen ist. Er wird jenes Dharma erlangen, das die Welt des Lebens trösten wird.
Der große Weise ist in einer Welt erschienen, die vom Feuer der Begierden versengt wurde.
Er wird jenes Dharma erlangen, das die Welt des Lebens erfreuen wird.
Durch die wilde Ödnis des Ozeans des Leids wurde ein guter Weg gefunden. Er wird jenes Dharma erlangen, das die Menschen durch die Welt des Lebens führen wird.