Ahimsa

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Ahimsa (Sanskrit: अहिंसा, IAST: ahiṃsā; IPA: [ɐ́.ɦĩ.sɑː]; Pāli Avihiṃsā; wörtlich „Gewaltlosigkeit“) ist das yogische Prinzip der Gewaltlosigkeit, das für Handlungen gegenüber allen Lebewesen gilt. Es ist eine zentrale Tugend im Jainismus und Buddhismus.

Ahimsa ist auch mit der Vorstellung verbunden, dass alle Gewalttaten karmische Konsequenzen haben.

Yogasutras

Im zweiten Kapitel der Yoga Sutras wird die Frucht dieser Praxis beschrieben:

  • Sutra 2.35 : "Ahimsa-pratishthayam tat-sannidhau vaira-tyagah" : Ist ein Yogi fest in der Gewaltlosigkeit verankert, schwindet in seiner Gegenwart jede Feindseligkeit (so allerdings leider eine Illusion !)

In der Hathayogapradipika (1.1.17) ist Ahimsa eine bindende Regel.

Ahimsa ist auch eines der zentralen Gebote des Hinduismus. In der Chandogya Upanishade 3.17.4 wird Gewaltlosigkeit gegenüber allen Lebewesen (sarva-bhuta) verlangt, außer an den heiligen Stätten (tīrtha), d. h. den Orten der Opferung. Die religiösen Gesetze des Hinduismus befürworten allerdings Gewaltanwendung zur Selbstverteidigung gegen einen bewaffneten Angreifer.

Buddhismus

Ahimsa erscheint im Buddhismus abgesehen von der Nicht-Töten-Sila als universelles Mitgefühl (Karuṇā) und liebende Güte(Mettā).

Jainismus

Ahimsa (auch Ahinsa geschrieben) ist eine der Kardinaltugenden des Jainismus und die erste der Pancha Mahavrata. Während die Gelehrten des Brahmanismus die Prinzipien der Ahimsa bereits erforscht und verfeinert hatten, erfuhr das Konzept in der Ethik des Jainismus eine außergewöhnliche Weiterentwicklung. Mahavira, der vierundzwanzigste und letzte Tirthankara des Jainismus, festigte die Idee im 6. Jahrhundert v. Chr. zusätzlich.

Literatur