Mahavastu II - Das Geschenk einer Halskette an Yaśodharā

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Das Mahavastu II - Gotamas Jugend (Nichtkommerzielle Übersetzung der Jones-Ausgabe mit freundlicher Zustimmung der Pali Text Society)

Das Geschenk einer Halskette an Yaśodharā

Die Mönche fragten den Erhabenen: „Hat der Erhabene als junger Mann im Park Juwelen an die Mädchen verteilt und Yaśodharā damals so viele gegeben?“ Der Erhabene antwortete: „Nein, Mönche, dies war nicht das erste Mal,[1] dass ich Yaśodharā so viele Juwelen schenkte.“ Die Mönche fragten: „Gab es noch einen anderen Anlass?“ Der Erhabene antwortete: „Ja, es gab noch einen anderen Anlass.“

Es war einmal, Mönche, vor langer Zeit, in der Stadt Benares im Land Kāśi, da regierte ein tugendhafter und mächtiger König, der seine Untertanen gütig behandelte,[2] großzügig war und über ein großes Heer, einen prallen Schatz und viele Lasttiere verfügte. Sein Königreich blühte, war reich, friedlich, gut mit Nahrung versorgt und dicht bevölkert (68) mit glücklichen Untertanen. Die Bestrafung mit Geißel und Schwert war abgeschafft worden. Diebe wurden in Schach gehalten, und der Handel blühte. Dieser König hatte fünfhundert Frauen an seinem Hof. Seine Hauptkönigin war von allen Hofdamen anmutiger, schöner, gebildeter, frommer und in allen Künsten bewandert.

Der König verteilte häufig Gewänder und Juwelen an die Frauen seines Hofes. Er besaß eine Halskette im Wert von hunderttausend Goldstücken.
In ihrer Mitte befand sich ein kostbarer Stein, in dem die vier großen Kontinente Jambudvīpa, Pūrvavideha, Aparagodānīya und Uttarakuru sowie Sumeru, der Herrscher der Berge, abgebildet waren. Dieser kostbare Edelstein in der Mitte der prächtigen Halskette war mehrere hunderttausend Goldstücke wert.

Während der König die Juwelen verteilte, fragte er die Königin: „Herrin, Ihr zieht mich sehr an. Wodurch zieht Ihr mich so an?“ Und die Königin[4] antwortete in einem Vers:

Gesten, zügelloses Verhalten, die Erregung sinnlicher Anziehung[5] – durch diese drei, o König, werden wankelmütige Männer aufgehetzt.

Mögt ihr, ihr Mönche, meinen, dass zu jener Zeit und bei jener Gelegenheit der König von Kāśi jemand anderes war. Das dürft ihr nicht denken. Und warum? Ich, ihr Mönche, war zu jener Zeit und bei jener Gelegenheit der König von Kāśi. Ihr mögt meinen, dass zu jener Zeit und bei jener Gelegenheit die Hauptkönigin des Königs von Kāśi jemand anderes war. Auch das dürft ihr nicht denken. Und warum? Die gnädige Yaśodharā war zu jener Zeit und bei jener Gelegenheit die Hauptkönigin des Königs von Kāśi. Auch ihr habe ich damals viele Gaben gemacht.

Hier endet die Jātaka von der Gabe einer Halskette an Yaśodharā.

[1]

Referenzen