Torma
Torma (Skt: Balingta, Tib: Tor-ma; gtor-ma, Wylie: gtor ma) sind Figuren, die zumeist aus Gerstenmehl und Butter bestehen. Sie werden in Vajrayana - Ritualen verwendet.
Bei Festen wird ein sehr großes Torma zubereitet.
Das Anbieten von allerdings flachen Gaben wurde in Indien schon füher praktiziert und hieß dort bali oder balingha.

Für den Hauptträger des Torma werden zumeist weisse oder rote Farben verwendet. Dabei haben sie je nach Zweck zumeist eine konische Form.
Die Kuchen sind ein Teil der acht Opfer der äußeren Anbetung(Phyi-mchod) sowie ein Teil der Opfergaben der fünf Sinne(dod-yon sna-lnga), die als innnere Anbetung gelten.
Die phyi-mchod unterscheiden sich von den nang-mchod-Opfergaben der inneren Anbetung.
Zur Darstellung vor den zornvollen tantrischen Gottheiten (Dharmapālas) werden die gtor-ma realistisch gefärbt und modelliert, um Teilen des menschlichen Körpers zu ähneln.

Sinn
Nach Padmasambhava bdeutet tor zu geben ohne Anhaftung und ma, daß das Gegebene völlig sichtbar für Gäste sein soll.
Die Essenz des Torma ist dharmadhatu, die höchste reine Natur der Welt und der fühlenden Wesen, die unsichtbare Einheit von Leere und Weisheit. [1]
Sadhana
Zur Verehrung der zornvollen tantrischen Gottheiten es sechs Mittel, d.h. eine Friedhofsblume, Weihrauch (aus verbranntem Fleisch), brennendes menschliches Fett (oder ein Ersatz), Geruch von Galle, Blut (normalerweise symbolisiert durch rotes Wasser) und menschliches Fleisch ( symbolisch hergestellt aus geröstetem Gerstenmehl und Butter realistisch gefärbt und modelliert).
Während der Visualization einer Gottheit in der Meditation wird ein Torma geistig angeboten bzw. das Torma innerlich mit Mantras gereinigt wie z.B. in der Chenrezig - Sadhana. Auch werden die inneren Regungen und Gefühle, die mentalen Erlebnisse und die Erfahrung der Soheit innerlich geopfert.
Varianten
Tormas können verschiedensten Zwecken dienen
- Gottheitentormas (Wylie: rten gtor) repräsentieren bestimmte tantrische Gottheiten wie Tara oder Avalokiteshvara. Für sog. schreckliche Gottheiten wie Vajrayogini and Chakrasamvara können sie sehr komplex sein.
- Nahrungstormas (Wylie: skang gtor) werden bei Festen praktiziert, und teilweise werden sie von den Praktizierenden während des Festes verzehrt.
- Opfer-Tormas werden symbolisch Gottheiten (Wylie: sgrub gtor / mchod gtor) wie Dharmaschützern angeboten, um Geister oder andere niedere Wesen zu behindern(gektor).
- In der tibetischen Medizin wird ein Torma verwendet, um Krankheiten aus dem Patienten herauszuziehen.
- Ein aufgenommenes Torma (Wylie: gta' gtor) wird zur Beschleunigung des Erfolgs einer Handlung verwendet.

Literatur
- Beer, Robert (2003) : The Handbook of Tibetan Buddhist Symbols, ISBN 1-932476-03-2
- Kongtrul, Jamgon and Padmasambhava : Light of Wisdom: A Collection of Padmasambhava's Advice to the Dakini ; Translated by Erik Pema Kunsang (1998) , Yeshe Rangjung Yeshe Publications, ISBN 962-7341-33-9
- Kongtrul, Jamgon: Creation & Completion: Essential Points of Tantric Meditation, Übers. von Sarah Harding, 2002, ISBN 0-86171-312-5
- Wilson, Martin, In Praise of Tara: Songs to the Saviouress, Wisdom Publications, 1996, ISBN 0-86171-109-2 ( ISBN-10: 0861711092 ISBN-13: 978-0861711093 )
Referenzen
Weblinks
- en Wiki zum Torma
- Rigpawiki zum Torma
- About the Tormas
- Torma offering